Future Fantastic!

Neue Technologien: Man kann sie mögen, man kann sie albern finden, man kann sie gefährlich finden, aber man kann sie schwer ignorieren. Sie sind bereits viel zu stark Teil unserer Alltagsrealität, sei es beruflich, schulisch oder privat. Dabei ist der Höhepunkt der Entwicklung noch längst nicht erreicht. Im Gegenteil: Die Technologiebranche befindet sich gefühlt im Aufschwung.

Neue Technik-Trends aus Las Vegas
Dieser Tage fand in Las Vegas die CES 2013 statt, auf der Trends und Neuentwicklungen vorgestellt wurden. Neben selbstfahrenden Autos und sogenannten Smartwatches prognostiziert man für das Jahr 2013 einen weiteren Bedeutungsgewinn des Tablet-PCs – mal wieder. Die Branche sprüht vor Ideen, wie man neue Technologien kreativ und gewinnbringend nutzen könnte. Welche davon es tatsächlich schaffen, zeigt die Zukunft. Fest steht: Neue Medien sind für die meisten Menschen in Mitteleuropa ein fester Bestandteil des Alltags – Tendenz steigend.

“Future Fantastic!” im Kurs
Auch in Basisbildungskursen kommen Neue Medien seit Jahren vielfältig zum Einsatz. Viele neue Möglichkeiten tun sich für KursteilnehmerInnen auf: So ist es möglich über Dienste wie Skype oder Facebook mit Angehörigen und Freunden in Kontakt zu bleiben, die weiter weg wohnen. Die Informationssuche mit Suchmaschinen macht das Leben leichter. Videos, Musik und Lernapplikationen bringen mehr Farbe in den Kurs. Und auch Social Media. Viele KursteilnehmerInnen besitzen mittlerweile einen Computer und/oder ein Smartphone. Allerdings wissen sie oft nicht, wie sie diese – abgesehen vom Telefonieren und Texteschreiben – verwenden können.
Didaktisch sinnvoll integriert, unterstützen Neue Medien Lernprozesse in Basisbildungskursen und machen Inhalte greifbarer. Und es gibt noch reichlich Raum für Innovation!

Future Fantastic?

Vieles, was wir heute als alltäglich empfinden, war vor 50 Jahren noch „Science-Fiction“. In 50 Jahren wird vieles, was wir heute als „Science-Fiction“ empfinden, alltäglich sein.

So gesehen leben wir heute in der fantastischen Zukunft von gestern. Gleichzeitig befinden wir uns heute auf dem Weg in die fantastische Zukunft von morgen. Was ist dann eigentlich übermorgen?

Es ist verwirrend und spannend zugleich, darüber nachzudenken.

Was hat das Ganze mit Lernen zu tun? Als ich den Film „Matrix“ vor Jahren das erste Mal sah, war ich gleichermaßen fasziniert wie geschockt von der Idee, einen Stecker im Hinterkopf zu haben, über den Wissen via Kabel übertragen werden kann – innerhalb von Sekunden. Man braucht keine(n) TrainerIn oder LernbegleiterIn. Ein einfacher Knopfdruck genügt. Ob solch eine Art von Lernen jemals möglich sein wird und sich durchsetzen würde, sei an dieser Stelle mal ausdrücklich in Frage gestellt. Tatsache ist aber, dass Technologien, wie Computer und das Internet, zunehmend ihren Platz im Alltag finden. Ein alltagsorientiertes Lernen kann sie daher auch nicht ignorieren.

Im Tagungs-Workshop „Future Fantastic – Kein Bock auf Block? Mach Blog!“ werfen wir gemeinsam einen Blick auf die fantastische Zukunft von gestern, das „Heute“ also. Ein kurzer Video-Clip von 1967 soll zeigen, wie man sich das Lernen von heute vor 50 Jahren vorgestellt hat. Manches ist eingetreten, manches (glücklicherweise) nicht.

Anhand eines Weblogs erkunden wir dann gemeinsam, welche Einsatzmöglichkeiten neue Technologien (wie Social Media) für Basisbildungskurse bieten können. Das kann dann auch gleich vor Ort ausprobiert werden…

Ein treuer Wegbegleiter

Das ipad in der Hand, sitze ich im Bus von Athen zum Kap Sounio. Der berühmte Poseidontempel wartet dort auf meine Besichtigung. Es regnet, die Badestrände der Küstenstraße entlang sind leer und warten auf den Saisonbeginn. Viele halbfertige Gebäude sind während der Fahrt zu sehen. Auswirkungen der Finanzkrise?
Das soll aber jetzt kein Reiseblog werden, sondern über das ipad und den Zusammenhang mit Web Literacy.
Mit dem Web ist es hier im Bus leider nicht weit. Außerhalb von Hotels und Internetcafes ist die Verbindung noch unerschwinglich teuer. Glücklicherweise gibt es Karten, die man offline benutzen kann,  um mit Hilfe des eingebauten GPS die aktuelle Position bestimmen zu können. Fast unvorstellbar, wie man früher ohne Navi reisen konnte.
Das ipad ist im letzen Jahr mein ständiger Reisebegleiter geworden. Reiseführer trage ich nicht mehr in Buchform mit mir, sondern lade sie mir als Apps herunter mit dem großen Vorteil, dass diese auch immer Karten beinhalten, die man dann im Zusammenhang mit dem GPS als Orientierungshilfe verwenden kann.
Auch meine Fotos und Filme mache ich fast nur noch mit dem ipad. Einerseits, weil ich es sowieso fast immer bei mir habe und andererseits brauche ich diese zum Anschauen nicht erst auf den PC oder Laptop laden, sondern kann gleich auf dem Tablet anschauen. Bei bestehender Internetverbindung werden dann ausgewählte Fotos auf facebook geladen, damit auch die Daheimgebliebenen von der Reise – online und fast live – etwas mitbekommen. Vom Hotel oder  einem Café mit “Free WLAN”  gibts dann die Möglichkeit mit Freunden wirklich live zu (video)telefonieren und das for free.
Mit dem Programm imovie mache ich öfter aus den Fotos und Videos kurze Filme, die dann ihrerseits wieder auf youtube landen und dann in facebook angeschaut werden können.
Weitere Multimedia Anwendungen
sind: Musik hören, Filme schauen oder auch Bücher lesen. Diese können entweder in amazon oder apple store gekauft werden oder in der Stadtbibliothek gegen eine geringe Jahresgebühr ausgeborgt werden.
Also darunter würde ich beispielsweise Web Literacy verstehen: darüber Bescheid wissen, wie man sich z.B.  ein Buch online kaufen oder ausborgen kann und wie man es dann am Tablet liest. Oder auch zu wissen, wie man sich Filme oder Fernsehbeitrage aus den Mediatheken der verschiedenen TV Sender ansehen kann, wenn man diese versäumt hat.
Was mache ich noch alles mit dem ipad. Ich checke meine mails, und meinen Terminkalender. Sobald ich die Schutzhülle für das ipad hochklappe, ist dieses im Arbeitsmodus – ohne ewig auf das Hochfahren zu warten – und es wir auch gleich angezeigt, ob neue E-Mails angekommen sind, oder ob jemand in facebook eine Nachricht geschickt hat oder einen Eintrag kommentiert hat.
Natürlich kann man das alles mit jedem Laptop oder Smartphone machen, aber ein Laptop ist im Vergleich zum ipad viel unhandlicher und schwerer. Braucht einige Zeit zum Starten, hat kein GPS integriert, die eingebaute Kamera taugt nicht zum Fotografieren und spätestens nach zwei Stunden ist der Akku aus. Ein Smartphone hat dagegen den Vorteil, dass es sehr klein und kompakt ist  – auch alles kann – und man damit zusätzlich auch damit telefonieren kann. Der große Nachteil ist aber, dass es für alle Anwendungen, die nicht nur für das Ohr bestimmt sind – wie telefonieren und Musik hören – einfach zu klein ist. Um darauf Bilder oder Filme anzuschauen ist schon ein Adlerblick nötig, der – sollte er jeweils vorhanden gewesen sein – mit zunehmendem Alter meist verloren geht. Und für die Bedienung ist eine gut entwickelte Feinmotorik nötig, die ja auch nicht bei allen gleich gut entwickelt ist.
Momentan mangelt es zwar noch an Apps für die Basisbildung, ich bin mir aber sicher, dass es in nächster Zeit auch erwachsenengerechte Programme zum Lesen und Schreiben Lernen geben wird.

Karl Bäck, atempo