Sprachen online

Sprachen online zu lernen ist eine wunderbar spannende Sache. Das finde ich zumindest, wenn ich mich privat damit beschäftige. Vor allem mit den neuen kostenlosen Angeboten von busuu.com und papagei.com : Da wird das Lernen zum Vergnügen. Es gibt online-Videochats mit native speaker, Lernvideos mit muttersprachlichen Untertiteln, native speaker, die meine Übungen korrigieren, mein Lernfortschritt wird visualisiert und honoriert und und und …
Ob das vielleicht auch in der Basisbildung funktionieren könnte? habe ich mich gefragt – und es einfach ausprobiert. Voilà – Ablauf & Ergebnis:

busuu.com (screen shot)

busuu.com

Der Sprachgarten

  • Die Vokabelübung erledigt die Teilnehmerin schnell, weil ihr die meisten geläufig sind.
  • Bei den Zuordnungsaufgaben zum Dialog muss die Teilnehmerin einige Male zum Hörtext zurück, um nachzuhören. Hier schlägt der Konsumreflex beim Ansehen audiovisueller Inhalte der Lernerin ein Schnippchen: zurücklehnen und Hirn ausschalten bewährt sich hier nicht.
  • Die Schreibaufgabe ist frei. Weiterlesen

Praxis Basisbildung

Praxis Basisbildung – Beiträge von PraktikerInnen für PraktikerInnen in der Basisbildung

Seit kurzem ist der Blog Praxis Basisbildung freigeschalten, um PraktikerInnen der Basisbildung – TrainerInnen und BeraterInnen – eine Vernetzungsplattform zu bieten. Konzipiert und zur Verfügung gestellt wird dieses Forum von den mit Qualitätsentwicklung befassten Partnereinrichtungen des Netzwerkprojekt In.Bewegung: inspire, ISOP und BHW Niederösterreich.

Praxis Basisbildung soll

  • organisationsübergreifende Vernetzung initiieren
  • Partizipations- und Reflexionsräume schaffen
  • fachliche Impulse setzen
  • kritische Auseinandersetzung mit dem Thema „Qualität in der Basisbildung“ bieten

Die grundlegende Idee des Blogs ist: ExpertInnen schreiben für ExpertInnen. D.h. die AutorInnen des Blogs kommen idealerweise aus der Basisbildungspraxis, sind TrainerInnen oder BeraterInnen. Jede/r kann Beiträge schreiben, die/der sich dazu berufen fühlt und Wissen weitergeben möchte.

Praxis Basisbildung (und die daran angeschlossene Facebook Gruppe) fungiert auch als Vernetzungs-, Kommunikations- und Planungsplattform für TeilnehmerInnen an den In.Bewegung Weiterbildungsangeboten Netzwerktreffen und Adventure Workshops.

Besser leben

Auf die Frage nach ihren Lernzielen nennen die Teilnehmenden der Basisbildung oft „nicht mehr ausgelacht werden“, „sich nicht mehr schämen müssen“, „mitreden können“, „Arbeit finden“ … Angenommen, solche Lernziele würden unter dem Titel „Besser leben“ zusammengefasst werden. Und angenommen, das bessere Leben wäre das Ergebnis von folgerichtigem Denken.
Dann könnte es gewinnbringend sein, Alltagsprobleme strukturiert anzupacken: z. B. mit dem Gegenteilsprinzip. „Ich möchte nicht mehr ausgelacht werden“ wird ins Gegenteil verkehrt und Verhaltensweisen gesammelt, die dazu beitragen ausgelacht zu werden. Anschließend wird die Sammlung Punkt für Punkt wieder ins Positive verkehrt – voilà die Handlungsmöglichkeiten, um nicht mehr ausgelacht zu werden. Wegen des Perspektivenwechsels heißt die Vorgangsweise auch Kopfstandmethode oder Flip Flop Methode.
Eine andere Möglichkeit ist das Analogieprinzip – eine Strategie, die oft als erstes beim Lernen angewandt wird: Habe ich meine Scham schon einmal überwunden? Wie habe ich das gemacht? Wer oder Was hat mir dabei geholfen? Ist die Strategie auf meine jetzige Situation übertragbar?

George Pólya

George Pólya

Sich Bilder im Kopf zu machen, sich in eine angenehme Situation zu versetzen und diese zu beschreiben, hat etwas sehr Intuitives. Das macht die beschriebenen Problemlöse-Strategien auf dem Gefühlsweg zugänglich. Möglicherweise verschafft das einen Zugang zu einem bewussten Handeln angesichts eines Problems, von dem man noch kein klares Verständnis hat. Mir scheint, dass es bei all dem im Grunde darum geht, bewusst Lösungsmethoden zu nutzen, um einen Mangel an intuitiver geistiger Beweglichkeit auszugleichen.

Die Fähigkeit, Probleme zu lösen wird eben wieder in der Kompetenzorientierung von Lernangeboten diskutiert. Lösungswege auswendig zu lernen bringt da gar nichts. Auch bewährte Lösungsmethoden sind keine Rezepte, die eine Lösung garantieren (nachzulesen bei George Pólya). Selber tun lassen, Erfahrungen sammeln lassen, Erfahrungen ordnen, bewerten und in neuen Situationen einsetzen – das ist Kompetenzlernen.
In Bewegung arbeitet momentan an der Entwicklung einer Fortbildung zum Einsatz von Problemlöse-Methoden in der Praxis. Mehr dazu ab Jänner auf www.praxis-basisbildung.at

Renate Ömer, BHW NÖ