Wählen gerne! Aber wie?!

Ein Brief vom Bürgermeister liegt in meinem Postkasten. Informationen zur Nationalratswahl am 29. September. Wahlzeiten, das zuständige Wahllokal sind angeführt, der Weg zur Beantragung einer Wahlkarte ist genau beschrieben.
Und ich weiß mit Sicherheit: Dieser Brief wird in vielen Haushalten ungelesen im Müll landen.

Nein, es ist nicht Politikverdrossenheit oder schlichtweg Desinteresse – es sind die vielen kleinen Buchstaben, die erfasst, verbunden, gelesen, verstanden werden müssen. Zwei Seiten sinnerfassend lesen – zu groß ist die Hürde für viele Erwachsene.

Denn: 15 von 100 Erwachsenen in Österreich können nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen. Beruf und Alltag werden zum Hürdenlauf – zur Wahl gehen ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Wo befindet sich mein Wahllokal? Wie lange hat es offen? Wann ist der Stimmzettel gültig ausgefüllt? Fragen über Fragen, die immer wieder vor Wahlen in den Kursen des Basisbildungszentrums abc-Salzburg auftauchen. Dort stehen die Lernbedarfe und Interessen der KursteilnehmerInnen im Mittelpunkt. Und zurzeit erleben es unsere KursteilnehmerInnen wieder einmal hautnah:

Über das Wahlrecht zu verfügen ist eine Sache – davon tatsächlich Gebrauch machen zu können, ist das was wirklich zählt.

Meine Schwester (H)elena

„15 von 100 Erwachsenen können nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen!“ Bühne frei für ein verdecktes Problem!

Zum Inhalt
Schon mal in ein Buch hinein gefallen? Nicht in die Geschichte, sondern direkt in den Text. Der fünfzehnjährigen Mila passiert genau das – sie erwacht ausgerechnet im Tagebuch ihrer Mutter Marion. Mit einem Mal befindet sie sich mitten auf den Buchseiten, auf Insektengröße geschrumpft, zwischen den einzelnen Wörtern.
Welche Familiengeheimnisse verstecken sich in dem Tagebuch? Wie viel weiß Mila wirklich über die Vergangenheit ihrer Mutter? Nach und nach wird in Rückblenden die Lebensgeschichte ihrer Mutter aufgerollt.
Von ihren Mitschülerinnen gemobbt, weil sie nicht richtig lesen und schreiben kann – „Du letzte-Reihe-Hockerin! Du Anaal-phabet“ – findet sie in ihrer Freizeit Bestätigung im Schwimmtraining. Ihre Trainerin weiß, dass sie das Zeug für eine richtige Karriere hat und wischt Marions Bedenken beiseite: „Die Schule, die Jungs, die Hormone – alles schön und gut. In erster Linie bist du eine Schwimmerin, eine verdammt gute!“ Marion meistert viele Hürden, die es als Erwachsene zu meistern gilt, wenn die Basisbildung fehlt. Eine starke Frau, die Karriere als Schwimmerin macht und sich als Erwachsene noch für einen Basisbildungskurs entscheidet – Motivation ist ihre Tochter…

Das Theaterstück, das sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht, wurde in Zusammenarbeit mit dem abc-Salzburg geschrieben, in Salzburg uraufgeführt und ist ein echter Renner!

Einfach zum Nachfühlen

Fällt es Ihnen leicht einzugestehen, dass Sie etwas nicht können, was für alle anderen – zumindest in Ihren Augen – ganz selbstverständlich und normal ist? Steigt bei Ihnen auch die Angst sich zu blamieren, je überzeugter Sie davon sind, dass alle anderen das können würden?
Den – in unserem Kopf konstruierten -  Ansprüchen und Erwartungen der Mitmenschen nicht zu entsprechen, kann enormen Stress verursachen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als von seinem sozialen Umfeld missachtet oder gar ausgeschlossen zu werden. Dazugehören, geachtet werden, Anerkennung erfahren sind grundlegende, menschliche Bedürfnisse.
Ein Großteil der Menschen, die Basisbildung benötigen würden, sitzen in dieser Art „sozialer Falle“, die es ihnen sehr schwer macht, sich daraus zu befreien.
Spielen Sie den folgenden Interventionsarchetyp mit verschiedenen Annahmen durch, mit und ohne externe Interventionsschleife. Nehmen Sie sich etwas Zeit und reflektieren Sie Situationen, in denen Sie am liebsten im Erdboden versunken wären, feuchte Hände und eine zittrige Stimme bekamen, aber auch, wo Ihnen durch unerwartete Hilfe ein Stein vom Herzen fiel.

Beispiel:
Erwartung an mich: Ausfüllen eines Formulars > ich bin unsicher beim Schreiben > befürchtete soziale Konsequenz: für dumm gehalten werden > frühere Erfahrungen werden bestätigt > Vermeidungsstrategie anwenden (z.B. Brille vergessen – Formular mit nach Hause nehmen) > alles bleibt wie es ist! Selbstvertrauen sinkt weiter.Positive Intervention als Reaktion z.B. einer Beraterin, die wertschätzend Hilfe anbietet > die erwartete negative Reaktion wird nicht bestätigt, sondern eine positive Erfahrung wird gemacht > wird diese Erfahrung öfter bestätigt, kann sich die Strategie zu „aktiv um Unterstützung ersuchen“ ändern. Gleichzeitig erfolgt eine positive Entwicklung z.B. der Selbstwahrnehmung (Verstärkerschleife).PS: Bei vielen Trainings und Teamentwicklungen geht es letztlich immer wieder um diesen Interventionsprozess. Viele Arbeitsmethoden leiden an mangelnder Beteiligung, weil Gruppenmitglieder befürchten, dass sie die Erwartungen (z.B. Wir sind lauter kluge Köpfe – wir beherrschen die Rechtschreibung!) nicht erfüllen.

Mein Wunsch – intervenieren Sie – wertschätzend und rücksichtsvoll!

Christian Wretschitsch, ÖGB-Oberösterreich

Projekt:Lesen

Haben Sie schon einmal vom „kursorischen Lesen“ gehört? Oder kennen Sie das Bild „Der Bücherwurm“ von Carl Spitzweg?

Projekt Lesen
Lesekompetenz ist auch im Computerzeitalter eine Grundvoraussetzung. Das Projekt Lesen des Onlineportals teachSam bietet für alle Lese-Fans – und die, die es noch werden wollen – eine große Sammlung an verschiedenen Materialien, Arbeitstechniken und Wissenswertes über das Lesen! Für Anfänger und Fortgeschrittene, vielfältige Informationen und Zugänge unterstützen Lernende und Lehrende.

teachSam
Der Bildungsserver teachSam ist eine multimediale Lernumgebung mit Beiträgen zu unterschiedlichen Lern- und Lehrbereichen die bereits seit 1998 besteht. teachSam stellt Schulen, Hochschulen und Institutionen, aber auch außerschulischen Bildungseinrichtungen überwiegend kostenlose Informationen, Links, Lernvideos etc zur Verfügung. Auch unterschiedliche Arbeitstechniken, pädagogische Hintergründe und themenspezifische Projekte sind auf teachSam zu finden!

Alf’s Reisetagebuch – Teil 1

 

Seit ich mich vor einigen Wochen auf den Weg gemacht habe, war ich schon an so einigen fantastischen Orten. Ich kann euch gar nicht sagen wie schön es ist, endlich mal raus und unter die Leute zu kommen…

 

 

Am 29. März war ich auf der Durchreise am Salzburger Hauptbahnhof. Da war vielleicht was los: Leute von der Presse und so. Da bin ich schnell weitergedüst!

 

 

Graz war mein nächstes Ziel. Da hatte ich einen wichtigen Termin für ein FunPic-Shooting. Der Freiheitsplatz hat mir nicht nur wegen des schönen Namens gefallen. Die Statue in der Mitte war allerdings nicht so gesprächig. Sei’s drum: War trotzdem lustig.

 

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