“Ich kann lesen und schreiben! Ich muss mich nur trauen!”

Dies sagt Veronika Kleiner heute stolz über sich. Sie ist Basisbildungsbotschafterin der Kärntner Volkshochschulen. Veronika sieht es als ihren Auftrag, anderen Betroffenen, die noch nicht richtig lesen und schreiben können, die Angst zu nehmen.

„Betroffene sollen den Mut fassen, einen Basisbildungskurs zu besuchen. Jeder Einstieg ist schwer, aber man bekommt so viel Positives zurück, es entsteht ein wahres Glücksgefühl. Vor Kursbeginn konnte ich nur meinen Vor- und Nachnamen schreiben. Mittlerweile schreibe ich schon Texte. Durch den Kursbesuch kann man Dinge machen, die man sich vorher nie vorstellen konnte. In der Gruppe unterstützen wir uns gegenseitig, es herrscht eine Vertrautheit und niemand lacht über den anderen, wenn man Fehler macht.“

Veronika Kleiner

Veronika Kleiner ist seit dem Jahr 2006 Lernerin in der Volkshochschule Grundbildung. Sie besuchte drei Jahre die erste Klasse Volksschule und wurde danach in die Sonderschule versetzt. Mit 15 Jahren kam Veronika zu “Jugend am Werk” um die berufliche Integration in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Nach Stationen im Gastgewerbe führte sie ihr Weg nach zu “Pro Mente”, wo Veronika Kleiner von 1999 bis 2008 als Betroffenenvertreterin des Tageszentrums und schließlich für ganz Kärnten engagierte. Ihre Aufgaben umfassten als Mitglied des Vorstandes von Pro Mente die Vorstellung des Vereins bei Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterentwicklung der Betroffenenvertretung. Ihr ganzes Leben lang hatte sie Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Schriftsprachliche Aufgaben erledigte ihr Vater bis zu seinem Tod für sie. In ihrer Arbeit als Betroffenenvertreterin stiegen die Anforderungen an ihre Schriftsprache, was sie schließlich zur Beendigung ihrer Tätigkeit bewegte. Im Alltag verschleierte sie ihre Defizite und wandte unterschiedliche Strategien an.

Zu dieser Zeit sah Veronika Kleiner einen Werbespot für ein Basisbildungsangebot in Deutschland und wunderte sich, dass es so etwas in Österreich noch nicht gab. Eine Betreuerin von Pro Mente machte sich auf die Suche nach einem Basisbildungskurs in Kärnten und wurde in der Volkshochschule Kärnten fündig. Das Erstgespräch empfand Veronika als angenehm, da dieses in Begleitung ihrer Betreuerin stattfand . Zum ersten Kurstag musste sie dann allerdings alleine gehen. Sie erzählt heute, dass sie schweißgebadet hinkam. Die Trainerin nahm ihr von Anfang an die Angst. Trotzdem brauchte Veronika sehr lange, bis sie verstand, dass ihr im Kurs nichts passieren kann. Der Gedanke, dass jemand erfahren könnte, dass sie nicht lesen und schreiben kann, bereitetet ihr große Sorgen.

Mittlerweile hat sich diese Angst gelegt. Ihre Lebensqualität hat sich gesteigert und sie sieht wieder einen Sinn im Leben. Sie ist stolz darauf, Basisbildungsbotschafterin zu sein, gibt Interviews für Zeitungen, Radio und Fernsehen. “Das Reden, das liegt mir irgendwie, das habe ich immer können”, beschreibt sie ihr Engagement.

Für die Zukunft hat Veronika bereits viele Ideen. Eine davon ist es, eine ABC-Gruppe in Kärnten zu gründen, welcher die ABC-Selbsthilfegruppe in Oldenburg als Vorbild dient.

AutorInnen:  Gloria Sagmeister (Die Kärntner Volkshochschulen), Christian Wretschitsch (ÖGB Oberösterreich);

Basisbildung für Schlaue

Basisbildung 2020

Basisbildung 2020

Der soll ein funktionaler Analphabet sein? Aber der schaut doch viel zu pfiffig aus!
So beginnt am 6. Mai ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über den Analphabetismus. Er spricht über das weitverbreitete Klischee, dass die Ursache dafür Minderbegabung sei. Dieser Schluss liegt für viele auf der Hand: Herrscht doch in Österreich seit Jahrhunderten allgemeine Schulpflicht, die seit Jahrzehnten lückenlos erfüllt wird. Wer da nicht Lesen und Schreiben lernt, der muss wirklich dumm sein.
Die Wirklichkeit
Wirklichkeit ist leider auch, dass die Pflichtschule nicht lückenlos für Qualität garantieren kann: Stichwort Leistungsverantwortung. Die Qualität der Pädagogik, die Qualität in der Zusammenarbeit zwischen Lehrenden, Eltern und SchülerInnen reicht nicht aus, um allen schulpflichtigen Kindern die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Dazu kommt, dass die Schule keine sozialen Ungleichheiten ausgleichen kann. Wenn die Eltern nicht ergänzen, was die Schule nicht leisten kann, dann bleiben die Kinder zurück. Und wenn weder Eltern noch Schule zur geistigen Entfaltung des Kindes beitragen können, wird das Pflichtschul-Abschlussniveau nicht erreichbar sein. Möglicherweise wird trotzdem ein positives Abschlusszeugnis ausgegeben, auch wenn die notwendigen Grundfertigkeiten gar nicht vorhanden sind. Und dann beginnt der Spießrutenlauf zwischen Arbeitgebern und Behörden, mit der ständigen Angst, bloßgestellt zu werden. Dass aus solchen Erfahrungen sozialer Rückzug, Opferhaltung, Verweigerung, Aggression und Ablehnung von Bildungsangeboten resultieren, verwundert nicht.
Der Traum
Meine Vision ist, dass 2020 Basisbildung für die Schlauen ist und nicht mehr als Spezialförderung für die Zurückgebliebenen gilt. Schlau sein heißt dann, sich das Know How zu besorgen, das für die momentane Lebenssituation notwendig ist. Das ist dann genau so selbstverständlich wie die Teilnahme am Kurs zum ökologischen Gartenbau oder zur Erstellung des eigenen Stammbaumes.

  • Wird z. B. die Verwendung der Schriftsprache immer unumgänglicher, dann geht jeder Mensch ganz selbstverständlich in die Basisbildung und bekommt dort die passgenaue Un-terstützung.
  • Ist es unmöglich, mit der eigenen Rechenkompetenz zu rationalen Entscheidungsgrundlagen zu kommen, führt der erste Weg in die Basisbildung. Nachvollziehen, trainieren und anwenden wird zur Selbstbestärkung schlechthin.
  • Haben sich neue Technologien etabliert, mit denen viele schon selbstverständlich umgehen, führt der erste Weg in die Basisbildung. Dort können sich alle sicher sein, einen Einstieg auf dem passenden Niveau zu finden.

Niemand wird es mehr notwendig haben, sich für fehlende Kompetenzen zu rechtfertigen. Das Nachholen von Abschlüssen ist absolut uninteressant. Gewürdigt wird die Eigeninitiative, sich das anzulernen, was der Mensch für sein menschliches und berufliches Fortkommen braucht. Unterstützt wird das selbstverständlich nicht nur informell, sondern bundesweit institutionell, finanziell und kommunal. Lernen vor Ort und virtuell vernetzt greifen ganz selbstverständlich ineinander.

Alphabetterday 2.0 – “Für Basisbildung In.Bewegung”

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Zielgruppenerschließung in den Basisbildung bekam im Jahr 2013 ein neues Gesicht. Kärntner SchülerInnen machten mit dem Alphabetterday 2.0 auf die Bedürfnisse von Menschen mit Bildungsdefiziten aufmerksam.

Knapp 800 SchülerInnen aller Handelsakademien Kärntens und einzelner Neuer Mittelschulen wanderten am 01. und 02. Juli 2013 mit bunten Luftballons und Infomaterialien durch Spittal, Villach, Feldkirchen, Althofen, Klagenfurt, Völkermarkt und Wolfsberg. „Die Bevölkerung zum Thema Basisbildung informieren und sensibilisieren!“ lautete das Motto der SchülerInnen und der Kärntner Volkshochschulen.

Im Rahmen des Deutschunterrichts bearbeiteten PädagogInnen das Thema Basisbildung in Österreich mit ihren SchülerInnen. Zusätzlich dazu gab es im Rahmen von Workshops die Möglichkeit, mit ProjektkoordinatorInnen der Kärntner Volkshochschulen eingehend über das Thema zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Geplant und umgesetzt wurde dieses Projekt von den SchülerInnen Felix Hafner, Tamina Scherde und Christina Novak und ihrer Professorin Christine Kohlweis-Peternel gemeinsam mit dem Teilprojekt 4 des Netzwerks Basisbildung und Alphabetisierung in Österreich. Damit wurde der Öffentlichkeit veranschaulicht, dass lesen und schreiben zu können kein Privileg, sondern ein Menschenrecht ist. Betroffene und deren Angehörige erhielten Informationen zu Kursangeboten in Kärnten. “Handeln statt Zuschauen!”

Das Drehbuch für den Unterricht

Lernmaterial

Requisiten

Wer einen Unterricht plant, denkt sich so etwas wie ein Drehbuch aus: Worum geht es? Wer ist mit dabei? Welche Regieanweisungen sind nötig? Welche Requisiten brauchen wir?
Gibt es Dokumentationspflichten, ist das Ganze schriftlich zu machen. Dabei sind meistens bestimmte Konzepte zu berücksichtigen, – Selbststeuerung, Kompetenz-Orientierung, individuelle Lernziele o. ä. Ab einer gewissen Anzahl von solchen Vorgaben sind vorgefertigte Szenarien ein Vorteil. Darin könnten sich dann Anregungen finden, wie widersprüchliche Vorgaben umgangen oder aufgelöst werden: individuelle Lernziele im Gruppenunterricht etwa …
Viel interessanter aber sind die Ideen zu Vermittlung, Aktivierung und Betreuung der Lernenden während des ganzen Ablaufs: Welcher Zugang könnte für die Gruppe lohnend sein? Was bestärkt? Was motiviert? Können die Einzelnen ihre Lernziele erkennen? In welchen Sozialformen ist die Gruppe geübt? Und welche Aufgabentypen werden dann gut funktionieren? … ein gedankliches El Dorado für kreative Geister!
Bei allem Pragmatismus, den die Praxis verlangt, ist so eine Vorbereitung doch eine komplexe Sache. Ein guter Anlass, sich bewusst zu werden, wie viel Know How hinter einer alltäglichen Unterrichtsvorbereitung steht: Weiterlesen

Wählen gerne! Aber wie?!

Ein Brief vom Bürgermeister liegt in meinem Postkasten. Informationen zur Nationalratswahl am 29. September. Wahlzeiten, das zuständige Wahllokal sind angeführt, der Weg zur Beantragung einer Wahlkarte ist genau beschrieben.
Und ich weiß mit Sicherheit: Dieser Brief wird in vielen Haushalten ungelesen im Müll landen.

Nein, es ist nicht Politikverdrossenheit oder schlichtweg Desinteresse – es sind die vielen kleinen Buchstaben, die erfasst, verbunden, gelesen, verstanden werden müssen. Zwei Seiten sinnerfassend lesen – zu groß ist die Hürde für viele Erwachsene.

Denn: 15 von 100 Erwachsenen in Österreich können nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen. Beruf und Alltag werden zum Hürdenlauf – zur Wahl gehen ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Wo befindet sich mein Wahllokal? Wie lange hat es offen? Wann ist der Stimmzettel gültig ausgefüllt? Fragen über Fragen, die immer wieder vor Wahlen in den Kursen des Basisbildungszentrums abc-Salzburg auftauchen. Dort stehen die Lernbedarfe und Interessen der KursteilnehmerInnen im Mittelpunkt. Und zurzeit erleben es unsere KursteilnehmerInnen wieder einmal hautnah:

Über das Wahlrecht zu verfügen ist eine Sache – davon tatsächlich Gebrauch machen zu können, ist das was wirklich zählt.

Utopie oder Apokalypse?

Was wird die Basisbildung 2020 sein? Wird es sie noch geben? 2020 ist schon in 7 Jahren. Wer von uns wird dann noch hier arbeiten? Wer wird in die Basisbildung kommen? Was wird die Basisbildung 2020 anbieten?
Die Frage nach dem Bild von Basisbildung im Jahr 2020 hat im Team der Basisbildung NÖ zahlreiche visionäre aber auch apokalyptische Ideen provoziert.

Basisbildung 2020

Basisbildung 2020

Die optimistischste Ansicht war, dass sich die Basisbildung in nur 7 Jahren so etabliert haben wird wie die Schule. D. h., es wird ganz selbstverständlich sein, sich notwendiges und nützliches Wissen auf Einstiegsniveau bei der Basisbildung zu holen. Die Basisbildung wird leicht zugängliche Bildungsangebote machen, die lebensnah sind und intensiv betreut werden. In diese Richtung geht auch der Gedanke, dass die Basisbildung in Zukunft eine nachgehende Bildungsarbeit verfolgen wird: Nicht die TeilnehmerInnen-Masse wird das Ziel sein, sondern die Arbeit in kleinen Gruppen mit unterschiedlichen inhaltlichen, methodischen oder Lernziel-Schwerpunkten.

Das Pflichtschulwesen wird sich in den nächsten 7 Jahren vermutlich nicht viel ändern. Vielleicht gelingt Weiterlesen

Brot und Spiele und die Infoboxen

Es entspricht dem Wesen der modernen Zeit, Informationen in leicht konsumierbaren Appetithäppchen serviert zu bekommen, da ja bekanntlich vielen Menschen zu wenig Zeit bleibt, um sich in aller Genüsslichkeit zu vertiefen. Kein neues Phänomen, doch aktuell, wie mir scheint. Informationssendungen werden zu newsflashs, Bedienungsanleitungen von E-Geräten gibt es in Kürzest und Langanleitungen, ja selbst die geschätzte Sportart Mini-Golf gibt es schon als Speed-Version.
Gerade das Streuen von Information, oder das Bereitstellen von Studien- und Forschungsergebnissen soll unterhalten. Infotainment heißt das Zauberwort, also Unterhaltung und Information, kurzweilig aufbereitet, wenn geht mit Bildern (oder im Fall dieses Blogs) und links als Beilage garniert.
Gut gelungen, jedenfalls was den kommerziellen Erfolg angeht sind die Science Busters, die uns Forschung auf Weltniveau, dargebracht von der schärfsten Science Boygroup der Milchstraße, versprechen.
Information und Unterhaltung sollen sich also nicht ausschließen dürfen. Diesem Prinzip folgend präsentiert In.Bewegung- Netzwerk Basisbildung und Alphabetisierung mit großem Stolz die ersten beiden Ausgaben der Infobox Basisbildung.
Kurzweilige Unterhaltung an heißen Sommertagen!

Ich bin dabei, du bist dabei… Wer noch?

So. Wir sind dabei, bei den sozialen Medien – auch “Social Media” genannt. Diese zwei Wörter stehen für Kommunikation, Interaktion und Vernetzung. Natürlich sind das auch aus Sicht der Basisbildung attraktive Begriffe. Wenn diese Medien diesen Mehrwert versprechen, macht es Sinn sich das etwas genauer anzuschauen.

Nur: Wo anfangen? Wer ist noch da draußen im World-Wide-Web aktiv? Mit wem soll ich mich vernetzen? Woher soll ich wissen, wer sich für ähnliche Themen wie ich interessiert? Gibt es überhaupt andere Organisationen oder Einzelpersonen, die sich mit Basisbildung im weiteren Sinne beschäftigen?

Wir von in.Bewegung sind seit Februar 2012 dabei und betreiben diesen Blog, unsere Facebook-Seite, einen Youtube-Kanal und sind bei Twitter aktiv. Um die Vernetzung zu vereinfachen, haben wir uns überlegt, für die Basisbildung relevante Online-Auftritte zu sammeln und für alle zugänglich zu machen. Dafür benötigen wir eure Mithilfe.

Wir suchen:

  • Organisationen und Institutionen im Bereich der Basisbildung
  • Facebook-Gruppen und Facebook-Seiten, die für die Basisbildung wichtig sind
  • Interessante Twitter-Profile
  • Sonstige relevante Online-Auftritte

Online-Auftritte im Feld der Basisbildung

Bitte ergänzt dieses Google-Doc mit euren Einträgen und Tipps. Die fertige Sammlung wird im Herbst hier auf dem Blog als Download veröffentlicht.

Vielen Dank schon im Voraus für das Engagement.

Die Lehre von der IKT

FEA Modul IKT

FEA Modul IKT (Graz)

Eine ganze Gruppe voll interessierter IKT-TrainerInnen hatte 1,5 Tage Zeit, sich mit ihrem Lieblingsthema zu beschäftigen. Was für ein Geschenk! Dementsprechend aufgeregt und voll freudiger Erwartung begab ich mich am Freitag, dem 28.06.2013 an den Start zum IKT-Modul der Fachspezifischen Erstausbildung für Basisbildungs-trainer und -trainerInnen.

Kommen, sehen und lernen
Sammeln, strukturieren, entdecken und kritisieren – das war mein Plan bei der Sache – die Leute von den Möglichkeiten in der IKT begeistern, Voraussetzungen und Anforderungen für die Basisbildung besprechen, Nutzen und Schaden diskutieren. Am allerwichtigsten: das Wissen der Gruppe sammeln und verteilen – kollektive Intelligenz produzieren quasi; oder Wissen teilen, wie es trendgemäß heißt. Das funktionierte erwartungsgemäß gut.

IKT unterrichten
Worauf ich nicht vorbereitet war, war das Unterrichten von IKT. Meine KollegInnen wollten wissen, wie IKT unterrichtet wird und was wie erklärt wird: Klar, ist ja auch eine Erstausbildung. Dummerweise war die Zeit zu kurz für einen Windows-Crashkurs (4 verschiedene Betriebssysteme!). Also zäumten wir es von der Lernziel-Seite aus auf: Wer stellt sich welche Lernziele vor? Welche Zielgruppe ist gemeint?
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Meine Schwester (H)elena

„15 von 100 Erwachsenen können nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen!“ Bühne frei für ein verdecktes Problem!

Zum Inhalt
Schon mal in ein Buch hinein gefallen? Nicht in die Geschichte, sondern direkt in den Text. Der fünfzehnjährigen Mila passiert genau das – sie erwacht ausgerechnet im Tagebuch ihrer Mutter Marion. Mit einem Mal befindet sie sich mitten auf den Buchseiten, auf Insektengröße geschrumpft, zwischen den einzelnen Wörtern.
Welche Familiengeheimnisse verstecken sich in dem Tagebuch? Wie viel weiß Mila wirklich über die Vergangenheit ihrer Mutter? Nach und nach wird in Rückblenden die Lebensgeschichte ihrer Mutter aufgerollt.
Von ihren Mitschülerinnen gemobbt, weil sie nicht richtig lesen und schreiben kann – „Du letzte-Reihe-Hockerin! Du Anaal-phabet“ – findet sie in ihrer Freizeit Bestätigung im Schwimmtraining. Ihre Trainerin weiß, dass sie das Zeug für eine richtige Karriere hat und wischt Marions Bedenken beiseite: „Die Schule, die Jungs, die Hormone – alles schön und gut. In erster Linie bist du eine Schwimmerin, eine verdammt gute!“ Marion meistert viele Hürden, die es als Erwachsene zu meistern gilt, wenn die Basisbildung fehlt. Eine starke Frau, die Karriere als Schwimmerin macht und sich als Erwachsene noch für einen Basisbildungskurs entscheidet – Motivation ist ihre Tochter…

Das Theaterstück, das sowohl Jugendliche als auch Erwachsene anspricht, wurde in Zusammenarbeit mit dem abc-Salzburg geschrieben, in Salzburg uraufgeführt und ist ein echter Renner!