Der Weltalphabetisierungstag feiert Geburtstag

Die Welt begeht heuer den 66 Weltalphabetisierungstag. Dieser wurde von der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) in Teheran, im Rahmen einer Weltkonferenz zum Analphabetismus im September 1965 gegründet. Aktionen und Veranstaltungen dazu wurden am 08. September 1966 erstmals durchgeführt.

Seit diesem Jahr wird der Weltalphabetisierungstag  begangen, um auf das Thema Basisbildungsbedarf und Alphabetisierung weltweit aufmerksam zu machen und Aktionen zur Sensibilisierung durchzuführen. Damit soll vor Augen geführt werden, dass Bildung ein Menschenrecht ist.

Die UNESCO vergibt zum Weltalphabetisierungstag alljährlich drei Bildungspreise:

  • den UNESCO International Reading Association Literacy Prize an Organisationen und Personen, die spezielle Basisbildungsangebote entwickelt und umsetzt,
  • den UNESCO King Sejong Literacy Prize an Organisationen und Personen, die sich der Förderung des Erwerbs der Muttersprache in Entwicklungsländern verschrieben haben und
  • den UNESCO Confucius Price for Literacy der Volksrepublik China zur Förderung von Basisbildungsangeboten für Frauen und Jugendliche in ländlichen Regionen.

Auch In.Bewegung hat sich zum Weltalphabetisierungstag wieder eine besondere Aktion überlegt. Lassen Sie sich überraschen!

Sagen Sie uns die Meinung!

Evaluation zur Nutzung von Social Media in der Basisbildung und Alphabetisierung.

In.Bewegung versteht sich seit Jahren als Partnerschaft, die den Diskurs der Basisbildung und Alphabetisierung in Österreich mit Innovationen anreichert. Es gehört zum Programm dieser Partnerschaft sich permanent zu überlegen, was aktuelle und auch zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen für die Basisbildung bedeuten, wie wir diese nutzen und mitgestalten können. Das Thema Social Media in der Basisbildung drängte sich in diesem Zusammenhang bald in den Fokus unserer Arbeit. Bereits 2012 wurde es zum Inhalt der jährlich stattfindenden Konferenz zur Zukunft der Basisbildung gemacht: Web Literacy beschäftigte sich 2 Tage lang mit dem Potenzial von Social Media für unser Arbeitsfeld.

Mit der Konferenz startete ein Social Media Schwerpunkt von In.Bewegung: Die Kommunikation über das Blog Zukunft Basisbildung, sowie über Facebook und Youtube wurde intensiviert, eine Reihe mit Kurzvideos (ZIB –Zwei Minuten In.Bewegung) wurde gestaltet. Alf, der Botschafter des Alfa-Telefons wurde auf die Reise geschickt, und ein Blog von TrainerInnen für TrainerInnen (Praxis Basisbildung) wurde ins Leben gerufen.

Wir möchten nun einen Eindruck gewinnen, ob unsere Aktivitäten im Rahmen von Zukunft Basisbildung zum Thema Social Media wahrgenommen wurden, und wir möchten wissen, wo wir richtig, wo wir falsch lagen, was den Diskurs weiterentwickelt hat. Daher bitten wir Sie/dich, uns im Rahmen unserer Online-Evaluation bis spätestens 3.2.2014 ein Feedback zu geben. Eine Weitergabe bzw. Verbreitung des Links ist sehr erwünscht!

“Ich kann lesen und schreiben! Ich muss mich nur trauen!”

Dies sagt Veronika Kleiner heute stolz über sich. Sie ist Basisbildungsbotschafterin der Kärntner Volkshochschulen. Veronika sieht es als ihren Auftrag, anderen Betroffenen, die noch nicht richtig lesen und schreiben können, die Angst zu nehmen.

„Betroffene sollen den Mut fassen, einen Basisbildungskurs zu besuchen. Jeder Einstieg ist schwer, aber man bekommt so viel Positives zurück, es entsteht ein wahres Glücksgefühl. Vor Kursbeginn konnte ich nur meinen Vor- und Nachnamen schreiben. Mittlerweile schreibe ich schon Texte. Durch den Kursbesuch kann man Dinge machen, die man sich vorher nie vorstellen konnte. In der Gruppe unterstützen wir uns gegenseitig, es herrscht eine Vertrautheit und niemand lacht über den anderen, wenn man Fehler macht.“

Veronika Kleiner

Veronika Kleiner ist seit dem Jahr 2006 Lernerin in der Volkshochschule Grundbildung. Sie besuchte drei Jahre die erste Klasse Volksschule und wurde danach in die Sonderschule versetzt. Mit 15 Jahren kam Veronika zu “Jugend am Werk” um die berufliche Integration in den Arbeitsmarkt zu schaffen. Nach Stationen im Gastgewerbe führte sie ihr Weg nach zu “Pro Mente”, wo Veronika Kleiner von 1999 bis 2008 als Betroffenenvertreterin des Tageszentrums und schließlich für ganz Kärnten engagierte. Ihre Aufgaben umfassten als Mitglied des Vorstandes von Pro Mente die Vorstellung des Vereins bei Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterentwicklung der Betroffenenvertretung. Ihr ganzes Leben lang hatte sie Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Schriftsprachliche Aufgaben erledigte ihr Vater bis zu seinem Tod für sie. In ihrer Arbeit als Betroffenenvertreterin stiegen die Anforderungen an ihre Schriftsprache, was sie schließlich zur Beendigung ihrer Tätigkeit bewegte. Im Alltag verschleierte sie ihre Defizite und wandte unterschiedliche Strategien an.

Zu dieser Zeit sah Veronika Kleiner einen Werbespot für ein Basisbildungsangebot in Deutschland und wunderte sich, dass es so etwas in Österreich noch nicht gab. Eine Betreuerin von Pro Mente machte sich auf die Suche nach einem Basisbildungskurs in Kärnten und wurde in der Volkshochschule Kärnten fündig. Das Erstgespräch empfand Veronika als angenehm, da dieses in Begleitung ihrer Betreuerin stattfand . Zum ersten Kurstag musste sie dann allerdings alleine gehen. Sie erzählt heute, dass sie schweißgebadet hinkam. Die Trainerin nahm ihr von Anfang an die Angst. Trotzdem brauchte Veronika sehr lange, bis sie verstand, dass ihr im Kurs nichts passieren kann. Der Gedanke, dass jemand erfahren könnte, dass sie nicht lesen und schreiben kann, bereitetet ihr große Sorgen.

Mittlerweile hat sich diese Angst gelegt. Ihre Lebensqualität hat sich gesteigert und sie sieht wieder einen Sinn im Leben. Sie ist stolz darauf, Basisbildungsbotschafterin zu sein, gibt Interviews für Zeitungen, Radio und Fernsehen. “Das Reden, das liegt mir irgendwie, das habe ich immer können”, beschreibt sie ihr Engagement.

Für die Zukunft hat Veronika bereits viele Ideen. Eine davon ist es, eine ABC-Gruppe in Kärnten zu gründen, welcher die ABC-Selbsthilfegruppe in Oldenburg als Vorbild dient.

AutorInnen:  Gloria Sagmeister (Die Kärntner Volkshochschulen), Christian Wretschitsch (ÖGB Oberösterreich);

Alphabetterday 2.0 – “Für Basisbildung In.Bewegung”

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Zielgruppenerschließung in den Basisbildung bekam im Jahr 2013 ein neues Gesicht. Kärntner SchülerInnen machten mit dem Alphabetterday 2.0 auf die Bedürfnisse von Menschen mit Bildungsdefiziten aufmerksam.

Knapp 800 SchülerInnen aller Handelsakademien Kärntens und einzelner Neuer Mittelschulen wanderten am 01. und 02. Juli 2013 mit bunten Luftballons und Infomaterialien durch Spittal, Villach, Feldkirchen, Althofen, Klagenfurt, Völkermarkt und Wolfsberg. „Die Bevölkerung zum Thema Basisbildung informieren und sensibilisieren!“ lautete das Motto der SchülerInnen und der Kärntner Volkshochschulen.

Im Rahmen des Deutschunterrichts bearbeiteten PädagogInnen das Thema Basisbildung in Österreich mit ihren SchülerInnen. Zusätzlich dazu gab es im Rahmen von Workshops die Möglichkeit, mit ProjektkoordinatorInnen der Kärntner Volkshochschulen eingehend über das Thema zu diskutieren und Fragen zu stellen.

Geplant und umgesetzt wurde dieses Projekt von den SchülerInnen Felix Hafner, Tamina Scherde und Christina Novak und ihrer Professorin Christine Kohlweis-Peternel gemeinsam mit dem Teilprojekt 4 des Netzwerks Basisbildung und Alphabetisierung in Österreich. Damit wurde der Öffentlichkeit veranschaulicht, dass lesen und schreiben zu können kein Privileg, sondern ein Menschenrecht ist. Betroffene und deren Angehörige erhielten Informationen zu Kursangeboten in Kärnten. “Handeln statt Zuschauen!”

Das Drehbuch für den Unterricht

Lernmaterial

Requisiten

Wer einen Unterricht plant, denkt sich so etwas wie ein Drehbuch aus: Worum geht es? Wer ist mit dabei? Welche Regieanweisungen sind nötig? Welche Requisiten brauchen wir?
Gibt es Dokumentationspflichten, ist das Ganze schriftlich zu machen. Dabei sind meistens bestimmte Konzepte zu berücksichtigen, – Selbststeuerung, Kompetenz-Orientierung, individuelle Lernziele o. ä. Ab einer gewissen Anzahl von solchen Vorgaben sind vorgefertigte Szenarien ein Vorteil. Darin könnten sich dann Anregungen finden, wie widersprüchliche Vorgaben umgangen oder aufgelöst werden: individuelle Lernziele im Gruppenunterricht etwa …
Viel interessanter aber sind die Ideen zu Vermittlung, Aktivierung und Betreuung der Lernenden während des ganzen Ablaufs: Welcher Zugang könnte für die Gruppe lohnend sein? Was bestärkt? Was motiviert? Können die Einzelnen ihre Lernziele erkennen? In welchen Sozialformen ist die Gruppe geübt? Und welche Aufgabentypen werden dann gut funktionieren? … ein gedankliches El Dorado für kreative Geister!
Bei allem Pragmatismus, den die Praxis verlangt, ist so eine Vorbereitung doch eine komplexe Sache. Ein guter Anlass, sich bewusst zu werden, wie viel Know How hinter einer alltäglichen Unterrichtsvorbereitung steht: Weiterlesen

Brot und Spiele und die Infoboxen

Es entspricht dem Wesen der modernen Zeit, Informationen in leicht konsumierbaren Appetithäppchen serviert zu bekommen, da ja bekanntlich vielen Menschen zu wenig Zeit bleibt, um sich in aller Genüsslichkeit zu vertiefen. Kein neues Phänomen, doch aktuell, wie mir scheint. Informationssendungen werden zu newsflashs, Bedienungsanleitungen von E-Geräten gibt es in Kürzest und Langanleitungen, ja selbst die geschätzte Sportart Mini-Golf gibt es schon als Speed-Version.
Gerade das Streuen von Information, oder das Bereitstellen von Studien- und Forschungsergebnissen soll unterhalten. Infotainment heißt das Zauberwort, also Unterhaltung und Information, kurzweilig aufbereitet, wenn geht mit Bildern (oder im Fall dieses Blogs) und links als Beilage garniert.
Gut gelungen, jedenfalls was den kommerziellen Erfolg angeht sind die Science Busters, die uns Forschung auf Weltniveau, dargebracht von der schärfsten Science Boygroup der Milchstraße, versprechen.
Information und Unterhaltung sollen sich also nicht ausschließen dürfen. Diesem Prinzip folgend präsentiert In.Bewegung- Netzwerk Basisbildung und Alphabetisierung mit großem Stolz die ersten beiden Ausgaben der Infobox Basisbildung.
Kurzweilige Unterhaltung an heißen Sommertagen!

Einfach zum Nachfühlen

Fällt es Ihnen leicht einzugestehen, dass Sie etwas nicht können, was für alle anderen – zumindest in Ihren Augen – ganz selbstverständlich und normal ist? Steigt bei Ihnen auch die Angst sich zu blamieren, je überzeugter Sie davon sind, dass alle anderen das können würden?
Den – in unserem Kopf konstruierten -  Ansprüchen und Erwartungen der Mitmenschen nicht zu entsprechen, kann enormen Stress verursachen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als von seinem sozialen Umfeld missachtet oder gar ausgeschlossen zu werden. Dazugehören, geachtet werden, Anerkennung erfahren sind grundlegende, menschliche Bedürfnisse.
Ein Großteil der Menschen, die Basisbildung benötigen würden, sitzen in dieser Art „sozialer Falle“, die es ihnen sehr schwer macht, sich daraus zu befreien.
Spielen Sie den folgenden Interventionsarchetyp mit verschiedenen Annahmen durch, mit und ohne externe Interventionsschleife. Nehmen Sie sich etwas Zeit und reflektieren Sie Situationen, in denen Sie am liebsten im Erdboden versunken wären, feuchte Hände und eine zittrige Stimme bekamen, aber auch, wo Ihnen durch unerwartete Hilfe ein Stein vom Herzen fiel.

Beispiel:
Erwartung an mich: Ausfüllen eines Formulars > ich bin unsicher beim Schreiben > befürchtete soziale Konsequenz: für dumm gehalten werden > frühere Erfahrungen werden bestätigt > Vermeidungsstrategie anwenden (z.B. Brille vergessen – Formular mit nach Hause nehmen) > alles bleibt wie es ist! Selbstvertrauen sinkt weiter.Positive Intervention als Reaktion z.B. einer Beraterin, die wertschätzend Hilfe anbietet > die erwartete negative Reaktion wird nicht bestätigt, sondern eine positive Erfahrung wird gemacht > wird diese Erfahrung öfter bestätigt, kann sich die Strategie zu „aktiv um Unterstützung ersuchen“ ändern. Gleichzeitig erfolgt eine positive Entwicklung z.B. der Selbstwahrnehmung (Verstärkerschleife).PS: Bei vielen Trainings und Teamentwicklungen geht es letztlich immer wieder um diesen Interventionsprozess. Viele Arbeitsmethoden leiden an mangelnder Beteiligung, weil Gruppenmitglieder befürchten, dass sie die Erwartungen (z.B. Wir sind lauter kluge Köpfe – wir beherrschen die Rechtschreibung!) nicht erfüllen.

Mein Wunsch – intervenieren Sie – wertschätzend und rücksichtsvoll!

Christian Wretschitsch, ÖGB-Oberösterreich

Das Jahr 2012 In.Bewegung Einblicke – Ausblicke – Seitenblicke

Blog „Zukunft Basisbildung“, Facebook, Twitter und Co.
Ende Februar startete der Blog „Zukunft Basisbildung“ mit Beiträgen zu Qualität und Innovationen rund um das Thema Basisbildung. Die Basisbildung in aktuellen Zahlen, Daten und Fakten aus den Bundesländern steht unter dem Punkt FAQ Interessierten, PraktikerInnen, Fördergebern und der Presse zur Verfügung.

Zeitgleich begann die intensive Nutzung unserer Social Media-Kanäle Facebook, Twitter und YouTube. Folgen Sie uns!

„2 Minuten Basisbildung“
Ein neues Format bewegt  die Bildungslandschaft positiv. „2 Minuten Basisbildung“ sendet via YouTube aktuelle Informationen und Neuigkeiten zum Thema Basisbildung aus den Netzwerksorganisationen. Schalten Sie ein!

Alf – das Alf-a Telefon on Tour
Ein neugieriger und reiselustiger Alf machte sich am 29. März auf den Weg. Sein Auftrag – die Alfa Nummer 0810 20 0810 unter die Leute zu bringen. Unterwegs postete er zahlreiche Schnappschüsse von seinen Reisezielen. Seinen Aufenthaltsort zu erraten, war nicht immer ganz einfach.

Zukunft Basisbildung – Web literacy
Am 18. und 19. Juni wurden zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen an die Basisbildung reflektiert und neue Zugänge aufgezeigt. Alle Inputs und Referate zum Nachlesen unter „Zurück in die Zukunft Basisbildung – Tagungs-Doku“.

Weltalphabetisierungstag – Aktion „15 von 100“
Mit der Aktion „15 von 100“ am 08. September machten die Partnerorganisationen von In.Bewegung in Graz -  Salzburg – Wien – St. Pölten – Klagenfurt – Linz auf ein brisantes Thema aufmerksam, das in Österreich lange unter Verschluss gehalten wurde. 15 von 100 Erwachsenen können nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen. Niemand sieht es. Niemand spricht darüber. Wir schon! Alf, das Alf-a Telefon war unser Begleiter.

Pecha Kucha Night Vol. 14 in Salzburg
Brigitte Bauer vom Basisbildungszentrum abc-Salzburg bestritt am 11. Oktober ihren ersten Auftritt bei einer Pecha Kucha Night. Sie präsentierte mit Engagement und Charme auf 20 Folien in 6:40 Minuten das versteckte Thema „Erwachsene mit Basisbildungsbedarf“.

Qualitätsentwicklung
Inspire hat sich im Rahmen der Qualitätsentwicklung zum Ziel gesetzt, eine ExpertInnenplattform zur Entwicklung von Angebotsqualität in der Basisbildung zu einzurichten. Qualität soll in der konkreten Lernsituation festgemacht werden. Die Plattform dient zur Vernetzung von TrainerInnen und BeraterInnen der Basisbildung, gibt Raum für Reflexion und kritischen Austausch zum Thema „Qualität in der Basisbildung“ und unterstützt die ExpertInnen in ihrer Professionalität. Es entstehen ein Blog und eine Facebook-Gruppe von und für PraktikerInnen, Netzwerktreffen und es werden „abenteuerliche“ Weiterbildungsangebote initiiert.

Neue Lernorte
Mit ISOP wurden die TeilnehmerInnen im Lernraum Bewegung, fit wie ein Turnschuh. Neben dem Basisbildungsunterricht stand die Bewegung im Fitnessstudio und in der freien Natur im Vordergrund. Die Ergebnisse der individuellen Gesundheitschecks wurden bearbeitet, Trainingspläne erstellt und ein Lerntagebuch geführt.
Die VHS 21 lud die TeilnehmerInnen zu Bildungsreisen in und um Wien ein. Erkundet wurden der Wasserpark, der Wiener Prater, der Belvedere Schlossgarten, der Botanische Garten der Stadt Wien, Donaupark und Marchfeldkanal.
Im BHW Niederösterreich wurde der Lernraum 2.0 entwickelt und gemeinsam mit der VHS 21 erprobt. Es entstand ein neues Kursdesign außerhalb klassischer Kursräumlichkeiten in denen eLearning-Tools zur Anwendung kamen.
Die neuen Lernorte sind interaktiv, laden zum Entdecken ein, wecken Neugierde und bewegen Geist und Körper.

Lernraum 2.0
Das Thema von Renate Ömer im Jahr 2012 war Social Media in der Basisbildung. Im Rahmen umfangreicher Recherchearbeiten zu diesem Thema, konnte sie die Linksammlung der Basisbildung Niederösterreich um 100 wertvolle Links erweitern. Alle Links sind frei, kostenlos und ohne Login zugänglich. Die Sammlung ist umfangreich beschlagwortet, nach Themen sortierbar und jeder Link ist mit einer kurzen Angabe zum Inhalt und zur Ausrichtung versehen. Geben Sie ein Schlagwort im Feld „Add a Tag Filter“ ein und suchen Sie los: Basisbildung Niederösterreich

One-Stopp-Shop
Die Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft blickt auf ein Jahr intensiver Recherchearbeit zurück. Die Ergebnisse aus Umfeldanalyse, Literatur und der genauen Betrachtung der Bildungslandschaft in Graz bilden die Grundlage für das Rohkonzept des One-Stopp-Shops, der Festlegung der grundlegenden Aufgaben und Tätigkeitsbereiche und der möglichen Synergien und PartnerInnen. Das Ziel des One-Stopp-Shops ist es, Jugendlichen eine Orientierungshilfe und somit Perspektiven anzubieten, damit diese leichter in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Ebenso besteht seine Aufgabe darin, Jugendliche direkt in Angebote zu vermitteln.

Zielgruppenerschließung
Auch im ÖGB Oberösterreich und  in den Kärntner Volkshochschulen wurde im Jahr 2012 umfassende Recherche zum Thema Zielgruppenerschließung, Werbung und Marketing durchgeführt. Die Auswertung der Fragebögen zum Thema Zielgruppen, Werbemaßnahmen und Zielgruppenerreichung gestaltete sich spannend. Es zeigt sich, dass die unterschiedlichsten Kanäle genutzt werden, um den Zielgruppen die Angebot der Basisbildungs- und Erwachsenenbildungseinrichtungen „schmackhaft“ zu machen. Aus den Antworten der befragten Institutionen ist auf den ersten Blick erkennbar, was für diese „das Tüpfelchen auf dem i“ bei der Zielgruppenerreichung ist – Öffentlichkeitsarbeit, unentwegte Werbung, politische Lobbyarbeit und ein kontinuierliches, qualitätsgesichertes und alltagstaugliches Basisbildungsangebot.

Gute Ideen Programm
Der ÖGB Oberösterreich, die Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft und die Kärntner Volkshochschulen erarbeiten im Rahmen des „Gute Ideen Programms“ neue Werbeträger für die Basisbildung. Die Rohkonzepte des „HIN“-Weisers für MultiplikatorInnen, eines „LESE“-Zeichens für Betroffene und der Infopakete für BetriebsrätInnen, Unternehmensleitungen und Personalbeauftragte sind erstellt. In Planung sind ein Networking-Konzept als neuer Weg der Zielgruppenerschließung und die Produktion von „Digital Storys“, in denen BasisbildungsteilnehmerInnen ihre Lerngeschichten erzählen.

20 Folien x 20 Sekunden

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Immer wieder einmal müssen Organisationen ihre Basisbildungsarbeit präsentieren. „Bring deine Botschaft auf den Punkt und das in fünf bis sieben Minuten“ ist die Devise! Sonst ist die Aufmerksamkeit weg. PolitikerInnen, potentielle Fördergeber, Leute aus der Wirtschaft haben’s eilig! Diese gelebte Erfahrung war Ausgangspunkt für ein Arbeitspaket des Basisbildungszentrums abc-Salzburg, umgesetzt im Rahmen des Projekts In.Bewegung – Netzwerk Basisbildung und Alphabetisierung in Österreich.
Das abc-Salzburg hat eine knackige Präsentation erstellt und im Rahmen der Pecha Kucha Night vol. 14 in Salzburg auf die Bühne gebracht. Wie immer galt die Regel: „Bring deine Vision auf den Punkt – du hast genau 6 Minuten 40 Zeit dafür!“. Ein Ausschnitt dieser Pecha Kucha Night ist in dieser Ausgabe der Videoreihe „2 Minuten Basisbildung“ zu sehen.

Apropos Pecha Kucha
Dieses kurzweilige Präsentationsformat wurde im Architekturbüro Klein Dytham in Japan 2003 erfunden. Die ArchitektInnen hatten genug von den elendslangen, langweiligen PPT-Präsentationen und führten eine zündende Regel ein: Du kannst deine Idee gerne präsentieren – nur zu einer Bedingung: Dein Vortrag umfasst 20 Bilder. Pro Bild hast du genau 20 Sekunden Zeit. Macht in Summe exakt 6:40 Minuten Redezeit. Inzwischen hat Pecha Kucha die ArchitektInnenszene verlassen und ist in 581 Städten der Welt vertreten. Salzburg, Innsbruck, Wien, Dornbirn und Linz sind auch dabei!

Lernraum Bewegung „Fit wie ein Turnschuh“

In.Bewegung beschäftigt sich ja auch schon wieder 7 Jahre mit der Frage, wie denn das Lernen für Menschen mit Basisbildungsbedarf methodisch und didaktisch noch besser aufbereitet sein kann. 70% des Gelernten findet Schätzungen zufolge außerhalb des institutionalen Rahmens statt. Was liegt näher, als mit unseren TeilnehmerInnen den Kursraum zu verlassen um zu lernen
ISOP GmbH entwarf einen neuen Lernort, der das Bewusstsein  der Menschen mit Basisbildungsbedarf für eine gesunde und körperbewusste Lebensweise stärken soll. Unsere Idee war, das theoretisch im Kursraum erworbene Wissen sofort auch in die Praxis umzusetzen. Der neue Lernort wurde ganzheitlich konzipiert. Planungskompetenzen vermittelten im gemeinsamen Erstellen eines individuellen Trainingsplanes, mathematische Kompetenzen in der individuellen Leistungsfeststellung und in der Messung des Leistungsfortschrittes, Arbeiten im Team durch die gemeinsame Planung und Durchführung der Maßnahmen, sowie Kommunikationskompetenzen durch die schriftliche und mündliche Reflexion des Lern- und Trainingsfortschrittes. Auch eine rein kognitive Wissensvermittlung durch Informationen um Gesundheit, Ernährung und positive Einflüsse durch gesteigerte Bewegung war Teil des Konzepts.
In Kooperation mit einem Fitnessstudio wurde bei 5 KursteilnehmerInnen ein Gesundheitscheck durchgeführt, aus den Ergebnissen wurden individuelle Übungen abgeleitet. Im Unterricht wurden die Ergebnisse des Checks nochmals genauer unter die Lupe genommen und Fachbegriffe erklärt. Die TeilnehmerInnen erstellten selbst auch Trainingspläne und ein Trainingstagebuch, um den individuellen Fortschritt zu dokumentieren. Nach 4 Wochen schweißtreibenden Trainings und Unterrichts gestalteten unsere Teilnehmenden eine Abschlussveranstaltung in Form einer Wanderung. Fazit unseres neuen Lernortes: Begeisterte, motivierte TeilnehmerInnen, die selbständig lernten und trainierten!
Rosi Pirker, Alfred Berndl, ISOP GmbH