Über Renate Ömer

Renate Ömer ist gelernte DaF-Lehrerin und IT-Organisatorin. Arbeitsschwerpunkte: Methodik & Didaktik IKT, Mathematik mit Lebensweltbezug, Kompetenzorientierung. Bis 1999 Diplomstudium Komparatistik & Germanistik (DaF), bis 2008 IT-Organisation Teich AG, ab 2009 Lernbegleiterin Basisbildung, seit 2011 Projektarbeit Social Media in der Basisbildung.

Der passende Chip

Das Netzwerk In Bewegung hat am Alphabetisierungstag eine pfiffige Aktion zum Bekanntmachen der Basisbildung durchgeführt. In einer konzertierten Aktion wurden in den Bundesländern Ostösterreichs Münzen für Einkaufswagerl ausgeteilt.

Alfa Chip

Der Alfa Chip

Hintergrund der Gratis-Aktion war eine Info-Kampagne: ein klappbares Kärtchen gibt Auskunft über die Angebote der Basisbildung und das Alfa Telefon 0800 244 800. Verteilt wurde es an Supermarkt-Besucher und -Besucherinnen. Gasbefüllte Luftballons in zwei Farben symbolisierten den Anteil der Zielgruppe an der Bevölkerung.

Die Basisbildung NÖ hat die St. Pöltner Interspar-Besucherinnen und -Besucher mit dem Alfa-Chip versorgt. Die drei Aktivistinnen versuchten dabei, mit den PassantInnen ins Gespräch zu kommen. Nach nicht einmal zwei Stunden waren alle Alfa-Chips verteilt. Hier sind die Highlights der Aktion:

Christa: Möchten Sie gern eine Münze für den Einkaufswagen?
Angesprochene: Ja, bitte. Was ist das?
Christa: Das ist eine Information über Lese- und Schreibkurse für Erwachsene.
Angesprochene: Ja, so etwas suche ich eh schon. Die ist so schwer, die Schreibschrift.

Christine:
Die Aktion ist gut angekommen. Die Idee mit den Alfa-Chips war super. Die Leute ließen sich gern damit beschenken, einige fragten interessiert nach. Alle waren erstaunt, dass so viele Leute in Österreich schlecht lesen können.

Renate:
Nach 1,5 Stunden standen wir verdattert da, weil wir keine Alfa-Chips mehr hatten. “Dann teilen wir noch unsere Gas-Luftballons an die Kinder aus”, schlug ich vor. Christa hatte die glorreiche Idee, noch die Alfa-Nummer darauf zu schreiben. Die Kinder kamen neugierig näher, und die Erwachsenen waren geneigt, sich in ein Gespräch verwickeln zu lassen, während wir dem Kind einen Luftballon um das Handgelenk banden.

Alfa AktionNach wie vor spannend ist, bei wem der Alfa-Chip in den eigenen Bildungsbedarf passt. Oder ob die, bei denen der Alfa-Chip selber nicht passt, eine Person ansprechen, bei der er passen könnte. Wir dürfen gespannt sein …

Erfolg haben

In der aktuellen Ausgabe der AK-Zeitschrift treffpunkt wird über zwei Erfolge in der Basisbildung berichtet: ein Anlass, wieder einmal über Zugangshemmnisse zu räsonnieren.

“Ich habe lange gezögert, bis ich mich angemeldet habe”, erklärt Martina W. Lange trug sie den Zeitungsartikel über die Basisbildung mit sich herum. Schließlich sprang sie über ihren Schatten und meldete sich an. Sie will endlich ihren Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung zur Fußpflegerin machen. Im Mai ist es so weit. Da ist ihr Kurs zu Ende.
Das Schwierigste war, sich zu überwinden und den ersten Schritt zu machen, sagt Martina. Sie hatte kaum Erfolgserlebnisse in ihrer Schulzeit und große Zweifel, ob es überhaupt Sinn hätte, es noch einmal zu versuchen.

Bei Patrick war es ähnlich. Das Lernen fiel ihm immer schwer. ”Geholfen hat ihm, dass er drangeblieben ist, – trotz aller zeitlichen Engpässe.” sagt Reinhard Fritz, Lernbegleiter in der Basisbildung NÖ. “Ich wollte einfach kein Hilfshackler mehr sein”, sagt er selber. Die Gesellenprüfung zum Maler und Anstreicher hat er jetzt in der Tasche.

Emperor Ferdinand III confirmed in the year 1646 the imperial immediacy of city of Bremen, Germany

Linzer Diplom (Foto: Staatsarchiv Bremen) – public domain

Beiden gemeinsam ist, dass sie beruflich weiterkommen wollen: besser bezahlt werden, höherwertige Arbeit bekommen, mehr Anerkennung von Vorgesetzten und Freunden erhalten.

Berufliche Positionen setzen zunächst bestimmte formale Bildungsabschlüsse voraus: Hauptschulabschluss, HTL, HAK, … und sind nach außen hin als sozialer Status sichtbar. Alle Menschen unserer Gesellschaft spüren, dass sie nach dem beurteilt werden, was sie produzieren und was sie konsumieren. Das übt erheblichen Druck auf ihr Selbstbewusstsein aus. Kein Wunder, dass sich Menschen mit niedrigem sozialen Status die Anerkennung oft mit unverhältnismäßigem Konsum zu erkaufen versuchen.
Das heißt eigentlich, das Pferd von hinten aufzuzäumen: zuerst zu konsumieren und dann zu finanzieren. Andererseits entspricht genau das der Handelslogik: Zuerst muss ich etwas anbieten, dann kann ich etwas verkaufen. Berufliche und gesellschaftliche Chancen werden nur Denjenigen angeboten, die selbst etwas anzubieten haben. Und wer was anzubieten hat, zeigt das über sein Konsumverhalten, seinen “Lifestyle”.

… vielleicht ein Anlass, um Zurückhaltung zu üben bei Urteilen über Konsumkredite und Privatkonkurs, möglicherweise aus einer gefühlten moralischen Überlegenheit heraus …

Social Media: der? die? das?

Web Literacy Konferenz

Web Literacy

Social Media sind weder geschlechtsneutral noch verwendungsneutral. Sie unterstützen bestimmte Handlungsrollen und –zwecke, weil sie für ein bestimmtes Publikum und für bestimmte Handlungszusammenhänge entwickelt wurden. Über ihre technischen und kommunikativen Funktionen geben Sie Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung vor: Sie “schreiben” mit.
Fürs erste genügt das Wissen um diese Zusammenhänge, wenn es um die Verwendung von Social Software im Lernkontext geht. Im Stadium der konkreten Unterrichtsplanung sind dann präzisere Informationen zur Passung von Lernbedarfen und -bedürfnissen, Lernstand und Lernzielen gefragt. Genau solche liefert das Teilprojekt Social Media in der Basisbildung in Form von ausgewählten Tools und anschaulich beschriebenen Unterrichtsszenarios.
Als zentrales Gleichstellungsziel für das Projekt In Bewegung IV wurde das Abbauen von Zugangshemmnissen „[…] zum lebenslangen Lernen und zur Partizipation sowie die Erhöhung der Chancen auf eine längerfristige Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse [festgeschrieben].“ (Gesamtantrag In Bewegung IV)
Für das Teilprojekt 5 und seine Arbeit mit digitalen Technologien, insbesondere den Social Media, bedeutet das in der Hauptsache, dass lernförderliche Voraussetzungen geschaffen und bedürfnisspezifische Handlungsoptionen umgesetzt werden: konkret in der Herangehensweise an das Lernen mit und am Computer, in der Arbeit an inhaltlichen und bedienungstechnischen Lernzielen, in der Unterstützung bei der individuellen Weiterarbeit. Dabei wurde klar, dass die Umsetzungsbedingungen institutionelle, individuelle und kulturelle Dimensionen haben. Weiterlesen

Diversity in Social Media

Von der Nutzung des Internets versprachen sich Fachleute schon vor Jahren die Inklusion von Benachteiligten. Zuletzt wurde diese Hoffnung in Bezug auf das Lernen mit digitalen Medien gehegt, v. a. über den Ausgleich von Mobilitätsdefiziten. Doch wie gut können digitale Medien Ungleichheiten tatsächlich ausgleichen? Was ist der Mehrwert bei der Verwendung digitaler Technologien?

Das BHW NÖ hat sich im Rahmen von In Bewegung IV seit 2011 mit diesen Fragen beschäftigt. Ausgehend von den Problemstellungen in der Kurspraxis, wurden Möglichkeiten und Beispiele zur nutzbringenden Verwendung entwickelt. Grundlegend sind der Zugang zu digitalen Geräten und der Nutzen, den sich die Lernenden davon versprechen. Es geht konkret um das Vorhandensein von:

Tablets

Tablets

 

  • digitalen Geräten
  • internetfähigen digitalen Geräten
  • tatsächlich nutzbarem Internetzugang
  • Internet-Nutzungsverhalten
  • Entdeckungsfreude
  • Vertrauen in die eigene Problemlösefähigkeit

Der Nutzen

Es stellte sich als zielführend heraus, die Diversity-Maßnahmen von den materiellen und lernstrategischen Ressourcen der Zielgruppe abzuleiten. Die wichtigste Überlegung dabei war, von tatsächlichen Problemstellungen der Lernenden ausgehend den Nutzen von Wissen erkennbar zu machen. Anschließend wird das Wissen von den Lernenden bewertet und in der konkreten Sitation angewandt, später noch ausgebaut.
Einige Lernende kommen zum Beispiel mit neuen Handys oder sogar Tablets in den Kurs, sind stolz auf sie und wollen damit arbeiten. Der Stolz, das Sozialprestige, das mit diesen Geräten verbunden ist, kann eine großartige Triebfelder für das Lernen sein. Die gilt es auf jeden Fall zu nutzen (und immer wieder “aufzuziehen”). Andere Lernende besitzen Handys, kommen aber nicht damit zurecht und schämen sich zu fragen. Da hat sich bewährt, den Wert des Gerätes herauszustellen, seine Funktionen zu zeigen und die Lernenden behutsam heranzuführen. Sobald die Lernenden einen persönlichen Nutzen erkennen, ist die Lernmotivation für weitere Schritte da.
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Basisbildung für Schlaue

Basisbildung 2020

Basisbildung 2020

Der soll ein funktionaler Analphabet sein? Aber der schaut doch viel zu pfiffig aus!
So beginnt am 6. Mai ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung über den Analphabetismus. Er spricht über das weitverbreitete Klischee, dass die Ursache dafür Minderbegabung sei. Dieser Schluss liegt für viele auf der Hand: Herrscht doch in Österreich seit Jahrhunderten allgemeine Schulpflicht, die seit Jahrzehnten lückenlos erfüllt wird. Wer da nicht Lesen und Schreiben lernt, der muss wirklich dumm sein.
Die Wirklichkeit
Wirklichkeit ist leider auch, dass die Pflichtschule nicht lückenlos für Qualität garantieren kann: Stichwort Leistungsverantwortung. Die Qualität der Pädagogik, die Qualität in der Zusammenarbeit zwischen Lehrenden, Eltern und SchülerInnen reicht nicht aus, um allen schulpflichtigen Kindern die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Dazu kommt, dass die Schule keine sozialen Ungleichheiten ausgleichen kann. Wenn die Eltern nicht ergänzen, was die Schule nicht leisten kann, dann bleiben die Kinder zurück. Und wenn weder Eltern noch Schule zur geistigen Entfaltung des Kindes beitragen können, wird das Pflichtschul-Abschlussniveau nicht erreichbar sein. Möglicherweise wird trotzdem ein positives Abschlusszeugnis ausgegeben, auch wenn die notwendigen Grundfertigkeiten gar nicht vorhanden sind. Und dann beginnt der Spießrutenlauf zwischen Arbeitgebern und Behörden, mit der ständigen Angst, bloßgestellt zu werden. Dass aus solchen Erfahrungen sozialer Rückzug, Opferhaltung, Verweigerung, Aggression und Ablehnung von Bildungsangeboten resultieren, verwundert nicht.
Der Traum
Meine Vision ist, dass 2020 Basisbildung für die Schlauen ist und nicht mehr als Spezialförderung für die Zurückgebliebenen gilt. Schlau sein heißt dann, sich das Know How zu besorgen, das für die momentane Lebenssituation notwendig ist. Das ist dann genau so selbstverständlich wie die Teilnahme am Kurs zum ökologischen Gartenbau oder zur Erstellung des eigenen Stammbaumes.

  • Wird z. B. die Verwendung der Schriftsprache immer unumgänglicher, dann geht jeder Mensch ganz selbstverständlich in die Basisbildung und bekommt dort die passgenaue Un-terstützung.
  • Ist es unmöglich, mit der eigenen Rechenkompetenz zu rationalen Entscheidungsgrundlagen zu kommen, führt der erste Weg in die Basisbildung. Nachvollziehen, trainieren und anwenden wird zur Selbstbestärkung schlechthin.
  • Haben sich neue Technologien etabliert, mit denen viele schon selbstverständlich umgehen, führt der erste Weg in die Basisbildung. Dort können sich alle sicher sein, einen Einstieg auf dem passenden Niveau zu finden.

Niemand wird es mehr notwendig haben, sich für fehlende Kompetenzen zu rechtfertigen. Das Nachholen von Abschlüssen ist absolut uninteressant. Gewürdigt wird die Eigeninitiative, sich das anzulernen, was der Mensch für sein menschliches und berufliches Fortkommen braucht. Unterstützt wird das selbstverständlich nicht nur informell, sondern bundesweit institutionell, finanziell und kommunal. Lernen vor Ort und virtuell vernetzt greifen ganz selbstverständlich ineinander.

Das Drehbuch für den Unterricht

Lernmaterial

Requisiten

Wer einen Unterricht plant, denkt sich so etwas wie ein Drehbuch aus: Worum geht es? Wer ist mit dabei? Welche Regieanweisungen sind nötig? Welche Requisiten brauchen wir?
Gibt es Dokumentationspflichten, ist das Ganze schriftlich zu machen. Dabei sind meistens bestimmte Konzepte zu berücksichtigen, – Selbststeuerung, Kompetenz-Orientierung, individuelle Lernziele o. ä. Ab einer gewissen Anzahl von solchen Vorgaben sind vorgefertigte Szenarien ein Vorteil. Darin könnten sich dann Anregungen finden, wie widersprüchliche Vorgaben umgangen oder aufgelöst werden: individuelle Lernziele im Gruppenunterricht etwa …
Viel interessanter aber sind die Ideen zu Vermittlung, Aktivierung und Betreuung der Lernenden während des ganzen Ablaufs: Welcher Zugang könnte für die Gruppe lohnend sein? Was bestärkt? Was motiviert? Können die Einzelnen ihre Lernziele erkennen? In welchen Sozialformen ist die Gruppe geübt? Und welche Aufgabentypen werden dann gut funktionieren? … ein gedankliches El Dorado für kreative Geister!
Bei allem Pragmatismus, den die Praxis verlangt, ist so eine Vorbereitung doch eine komplexe Sache. Ein guter Anlass, sich bewusst zu werden, wie viel Know How hinter einer alltäglichen Unterrichtsvorbereitung steht: Weiterlesen

Utopie oder Apokalypse?

Was wird die Basisbildung 2020 sein? Wird es sie noch geben? 2020 ist schon in 7 Jahren. Wer von uns wird dann noch hier arbeiten? Wer wird in die Basisbildung kommen? Was wird die Basisbildung 2020 anbieten?
Die Frage nach dem Bild von Basisbildung im Jahr 2020 hat im Team der Basisbildung NÖ zahlreiche visionäre aber auch apokalyptische Ideen provoziert.

Basisbildung 2020

Basisbildung 2020

Die optimistischste Ansicht war, dass sich die Basisbildung in nur 7 Jahren so etabliert haben wird wie die Schule. D. h., es wird ganz selbstverständlich sein, sich notwendiges und nützliches Wissen auf Einstiegsniveau bei der Basisbildung zu holen. Die Basisbildung wird leicht zugängliche Bildungsangebote machen, die lebensnah sind und intensiv betreut werden. In diese Richtung geht auch der Gedanke, dass die Basisbildung in Zukunft eine nachgehende Bildungsarbeit verfolgen wird: Nicht die TeilnehmerInnen-Masse wird das Ziel sein, sondern die Arbeit in kleinen Gruppen mit unterschiedlichen inhaltlichen, methodischen oder Lernziel-Schwerpunkten.

Das Pflichtschulwesen wird sich in den nächsten 7 Jahren vermutlich nicht viel ändern. Vielleicht gelingt Weiterlesen

Die Lehre von der IKT

FEA Modul IKT

FEA Modul IKT (Graz)

Eine ganze Gruppe voll interessierter IKT-TrainerInnen hatte 1,5 Tage Zeit, sich mit ihrem Lieblingsthema zu beschäftigen. Was für ein Geschenk! Dementsprechend aufgeregt und voll freudiger Erwartung begab ich mich am Freitag, dem 28.06.2013 an den Start zum IKT-Modul der Fachspezifischen Erstausbildung für Basisbildungs-trainer und -trainerInnen.

Kommen, sehen und lernen
Sammeln, strukturieren, entdecken und kritisieren – das war mein Plan bei der Sache – die Leute von den Möglichkeiten in der IKT begeistern, Voraussetzungen und Anforderungen für die Basisbildung besprechen, Nutzen und Schaden diskutieren. Am allerwichtigsten: das Wissen der Gruppe sammeln und verteilen – kollektive Intelligenz produzieren quasi; oder Wissen teilen, wie es trendgemäß heißt. Das funktionierte erwartungsgemäß gut.

IKT unterrichten
Worauf ich nicht vorbereitet war, war das Unterrichten von IKT. Meine KollegInnen wollten wissen, wie IKT unterrichtet wird und was wie erklärt wird: Klar, ist ja auch eine Erstausbildung. Dummerweise war die Zeit zu kurz für einen Windows-Crashkurs (4 verschiedene Betriebssysteme!). Also zäumten wir es von der Lernziel-Seite aus auf: Wer stellt sich welche Lernziele vor? Welche Zielgruppe ist gemeint?
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Sprachen online

Sprachen online zu lernen ist eine wunderbar spannende Sache. Das finde ich zumindest, wenn ich mich privat damit beschäftige. Vor allem mit den neuen kostenlosen Angeboten von busuu.com und papagei.com : Da wird das Lernen zum Vergnügen. Es gibt online-Videochats mit native speaker, Lernvideos mit muttersprachlichen Untertiteln, native speaker, die meine Übungen korrigieren, mein Lernfortschritt wird visualisiert und honoriert und und und …
Ob das vielleicht auch in der Basisbildung funktionieren könnte? habe ich mich gefragt – und es einfach ausprobiert. Voilà – Ablauf & Ergebnis:

busuu.com (screen shot)

busuu.com

Der Sprachgarten

  • Die Vokabelübung erledigt die Teilnehmerin schnell, weil ihr die meisten geläufig sind.
  • Bei den Zuordnungsaufgaben zum Dialog muss die Teilnehmerin einige Male zum Hörtext zurück, um nachzuhören. Hier schlägt der Konsumreflex beim Ansehen audiovisueller Inhalte der Lernerin ein Schnippchen: zurücklehnen und Hirn ausschalten bewährt sich hier nicht.
  • Die Schreibaufgabe ist frei. Weiterlesen

Neues am Horizont

Zukunft Basisbildung hat gestern auf facebook den Neuen-Horizont-Bericht gepostet. Da bin ich natürlich gleich hineingekippt. Von MOOC (= Massive Open Online Course) ist da die Rede und Tablet Computing. Ob das was für die Basisbildung ist? Über Twitter hatte ich mal bei einem MOOC-Denker, Howard Rheingold, nachgefragt, ob diese Art von Online-Kursen wohl eher für geübte Lernende sei: “definitively” war die Antwort. Von der Taxonomie der Lernziele her ist das eigentlich logisch. Während wir uns in der Basisbildung hauptsächlich mit remember / understand / apply befassen, starten MOOCs bei aggregate und gehen über remix und repurpose bis zu feed forward. Das sind schon sehr schöpferische Tätigkeiten, die geübte geistige Fertigkeiten voraussetzen. Aber warum nicht mal das Pferd der Lernziel-Taxonomien von hinten aufzäumen? Wenn sich die Lernenden gefordert fühlen, wird es sich positiv auf ihre Motivation und ihre Wirkungsmächtigkeit auswirken. Vielleicht ist das einfach eine Frage der Erwartungshaltungen und des Coachings. Beispiele für gelungene Selbststeuerungen in Basisbildungskursen gibt es ja schon – unlängst erst wieder in “Fit wie ein Turnschuh” bei ISOP in Graz.
Ganz neugierig bin ich allerdings auf das tablet computing. Ich bin ja selber ein Fan von diesen Geräten und erkunde gern, was sie (schon) alles können. Dass die Dinger momentan in der Usability die Nase vorn haben, steht für mich außer Zweifel. Noch dazu werden sie gerade immer leistbarer, das Angebot an Apps schnellt in die Höhe, die wichtigsten Produkthersteller sind auf den Trend aufgesprungen. Mal sehen, was da noch kommt. Sicher ist, dass die einfache Bedienbarkeit und das riesige Angebot an multimedialen Inhalten / Funktionen Jung & Alt innerhalb von Minuten in den Bann zieht: optimale Lernvoraussetzungen also. Bei meinen Jugendlichen jedenfalls kommt das Tablet super an. Bei meiner Elterngeneration genauso.
Wer hätte gedacht, dass sich die Generationen mal über die neuen Technologien einig sein werden?

Renate Ömer, BHW NÖ