Basisbildung trifft auf Gesundheit: Alpha – Power in Kärnten

Alpha-Power im Gesundheitsbereich” – ein Projekt, um den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Basisbildung ins Blickfeld von Gesundheitseinrichtungen zu rücken.

Der Trend hin zu einem höheren Gesundheitsbewusstsein beeinflusst auch die Themenwahl in Basisbildungskursen der Kärntner Volkshochschulen. Gesundheitsthemen werden mit den TeilnehmerInnen behandelt und diskutiert. In dieser Diskussion zeigen sich auch die Herausforderungen, welche sich für KursteilnehmerInnen ergeben, wenn sie sich aktiv ins Gesundheitswesen begeben:

  • Bei Vorsorgeuntersuchungen müssen zuerst umfassende Formulare ausgefüllt werden.
  • Den Anweisungen des Gesundheitspersonals kann aufgrund der Komplexität der Informationen oftmals nur bedingt Folge geleistet werden.
  • In vielen Fällen sind sich TeilnehmerInnen nicht sicher, wohin sie sich wenden können, wenn sie spezifische gesundheitliche Probleme haben.

Patientenanwalt Erwin Kalbhenn, Patientenanwaltschaft Kärnten, berichtete im Tätigkeitsbericht 2011, dass immer mehr PatientInnen über das schlechte Gesprächsklima zwischen Gesundheitspersonal und PatientInnen klagen. Die Kommunikation mit den PatientInnen und Angehörigen bereitet Probleme. Es fehlen scheinbar das Bewusstsein und die Zeit.

Genau in diesem Bereich setzte das verhältnispräventive Projekt Alpha-Power an. MitarbeiterInnen diverser Kärntner Gesundheitseinrichtungen wurden im Rahmen der 13 monatigen Projektlaufzeit zu MultiplikatorInnen ausgebildet. In speziell auf das Gesundheitswesen abgestimmten Workshops wurden Personen aus pflegerischen, medizinisch-technischen und medizinischen Berufen und aus dem Verwaltungsbereich auf die oft schwierige (gesundheitliche) Lage von Menschen mit Basisbildungsproblemen aufmerksam gemacht.

Konkret zeigten die WorkshopleiterInnen auf:

  • wie die rund 50.000 KärntnerInnen mit Basisbildungsbedarf ihren Alltag meistern.
  • inwiefern ein guter Gesundheitsstatus von ausreichenden Grundkompetenzen abhängig ist.
  • welche Möglichkeiten man hat, Betroffene anzusprechen, ohne diese zu diskriminieren.
  • dass eine einfachere Sprache im beruflichen Alltag angewendet werden sollte und wie diese funktioniert.
  • welchen anderen Personengruppen die Anwendung der einfachen Sprache zugutekommt.

Der Aufbau der Workshops war eine Mischung aus gemeinsam erarbeiteten theoretischen Inhalten und praktischen Übungen zur Selbsterfahrung, sodass ein abwechslungsreiches Workshop-Programm geboten werden konnte. Die Alpha-Power-Broschüre (Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Kärntner Volkshochschulen, 2012.) wurde an alle WorkshopteilnehmerInnen im Rahmen der Veranstaltungen verteilt. Grundsätzlich kann die Broschüre als Guide für einfache Sprache und zur Information über Basisbildung verwendet werden.

Bis Ende Jänner 2013 wurden zehn Veranstaltungen durchgeführt, an denen insgesamt 103 Personen teilnahmen. Durch das Projekt konnten viele Erfahrungen bei der Planung von MultiplikatorInnen-Workshops gesammelt, Netzwerke mit diversen Gesundheitseinrichtungen in Kärnten aufgebaut und Ideen für künftige Projektvorhaben generiert werden. Es kann gesagt werden, dass das Projekt für alle Beteiligten ein großer Erfolg war.

Alpha-Power-Broschüre

Das Jahr 2012 In.Bewegung Einblicke – Ausblicke – Seitenblicke

Blog „Zukunft Basisbildung“, Facebook, Twitter und Co.
Ende Februar startete der Blog „Zukunft Basisbildung“ mit Beiträgen zu Qualität und Innovationen rund um das Thema Basisbildung. Die Basisbildung in aktuellen Zahlen, Daten und Fakten aus den Bundesländern steht unter dem Punkt FAQ Interessierten, PraktikerInnen, Fördergebern und der Presse zur Verfügung.

Zeitgleich begann die intensive Nutzung unserer Social Media-Kanäle Facebook, Twitter und YouTube. Folgen Sie uns!

„2 Minuten Basisbildung“
Ein neues Format bewegt  die Bildungslandschaft positiv. „2 Minuten Basisbildung“ sendet via YouTube aktuelle Informationen und Neuigkeiten zum Thema Basisbildung aus den Netzwerksorganisationen. Schalten Sie ein!

Alf – das Alf-a Telefon on Tour
Ein neugieriger und reiselustiger Alf machte sich am 29. März auf den Weg. Sein Auftrag – die Alfa Nummer 0810 20 0810 unter die Leute zu bringen. Unterwegs postete er zahlreiche Schnappschüsse von seinen Reisezielen. Seinen Aufenthaltsort zu erraten, war nicht immer ganz einfach.

Zukunft Basisbildung – Web literacy
Am 18. und 19. Juni wurden zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen an die Basisbildung reflektiert und neue Zugänge aufgezeigt. Alle Inputs und Referate zum Nachlesen unter „Zurück in die Zukunft Basisbildung – Tagungs-Doku“.

Weltalphabetisierungstag – Aktion „15 von 100“
Mit der Aktion „15 von 100“ am 08. September machten die Partnerorganisationen von In.Bewegung in Graz -  Salzburg – Wien – St. Pölten – Klagenfurt – Linz auf ein brisantes Thema aufmerksam, das in Österreich lange unter Verschluss gehalten wurde. 15 von 100 Erwachsenen können nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen. Niemand sieht es. Niemand spricht darüber. Wir schon! Alf, das Alf-a Telefon war unser Begleiter.

Pecha Kucha Night Vol. 14 in Salzburg
Brigitte Bauer vom Basisbildungszentrum abc-Salzburg bestritt am 11. Oktober ihren ersten Auftritt bei einer Pecha Kucha Night. Sie präsentierte mit Engagement und Charme auf 20 Folien in 6:40 Minuten das versteckte Thema „Erwachsene mit Basisbildungsbedarf“.

Qualitätsentwicklung
Inspire hat sich im Rahmen der Qualitätsentwicklung zum Ziel gesetzt, eine ExpertInnenplattform zur Entwicklung von Angebotsqualität in der Basisbildung zu einzurichten. Qualität soll in der konkreten Lernsituation festgemacht werden. Die Plattform dient zur Vernetzung von TrainerInnen und BeraterInnen der Basisbildung, gibt Raum für Reflexion und kritischen Austausch zum Thema „Qualität in der Basisbildung“ und unterstützt die ExpertInnen in ihrer Professionalität. Es entstehen ein Blog und eine Facebook-Gruppe von und für PraktikerInnen, Netzwerktreffen und es werden „abenteuerliche“ Weiterbildungsangebote initiiert.

Neue Lernorte
Mit ISOP wurden die TeilnehmerInnen im Lernraum Bewegung, fit wie ein Turnschuh. Neben dem Basisbildungsunterricht stand die Bewegung im Fitnessstudio und in der freien Natur im Vordergrund. Die Ergebnisse der individuellen Gesundheitschecks wurden bearbeitet, Trainingspläne erstellt und ein Lerntagebuch geführt.
Die VHS 21 lud die TeilnehmerInnen zu Bildungsreisen in und um Wien ein. Erkundet wurden der Wasserpark, der Wiener Prater, der Belvedere Schlossgarten, der Botanische Garten der Stadt Wien, Donaupark und Marchfeldkanal.
Im BHW Niederösterreich wurde der Lernraum 2.0 entwickelt und gemeinsam mit der VHS 21 erprobt. Es entstand ein neues Kursdesign außerhalb klassischer Kursräumlichkeiten in denen eLearning-Tools zur Anwendung kamen.
Die neuen Lernorte sind interaktiv, laden zum Entdecken ein, wecken Neugierde und bewegen Geist und Körper.

Lernraum 2.0
Das Thema von Renate Ömer im Jahr 2012 war Social Media in der Basisbildung. Im Rahmen umfangreicher Recherchearbeiten zu diesem Thema, konnte sie die Linksammlung der Basisbildung Niederösterreich um 100 wertvolle Links erweitern. Alle Links sind frei, kostenlos und ohne Login zugänglich. Die Sammlung ist umfangreich beschlagwortet, nach Themen sortierbar und jeder Link ist mit einer kurzen Angabe zum Inhalt und zur Ausrichtung versehen. Geben Sie ein Schlagwort im Feld „Add a Tag Filter“ ein und suchen Sie los: Basisbildung Niederösterreich

One-Stopp-Shop
Die Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft blickt auf ein Jahr intensiver Recherchearbeit zurück. Die Ergebnisse aus Umfeldanalyse, Literatur und der genauen Betrachtung der Bildungslandschaft in Graz bilden die Grundlage für das Rohkonzept des One-Stopp-Shops, der Festlegung der grundlegenden Aufgaben und Tätigkeitsbereiche und der möglichen Synergien und PartnerInnen. Das Ziel des One-Stopp-Shops ist es, Jugendlichen eine Orientierungshilfe und somit Perspektiven anzubieten, damit diese leichter in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Ebenso besteht seine Aufgabe darin, Jugendliche direkt in Angebote zu vermitteln.

Zielgruppenerschließung
Auch im ÖGB Oberösterreich und  in den Kärntner Volkshochschulen wurde im Jahr 2012 umfassende Recherche zum Thema Zielgruppenerschließung, Werbung und Marketing durchgeführt. Die Auswertung der Fragebögen zum Thema Zielgruppen, Werbemaßnahmen und Zielgruppenerreichung gestaltete sich spannend. Es zeigt sich, dass die unterschiedlichsten Kanäle genutzt werden, um den Zielgruppen die Angebot der Basisbildungs- und Erwachsenenbildungseinrichtungen „schmackhaft“ zu machen. Aus den Antworten der befragten Institutionen ist auf den ersten Blick erkennbar, was für diese „das Tüpfelchen auf dem i“ bei der Zielgruppenerreichung ist – Öffentlichkeitsarbeit, unentwegte Werbung, politische Lobbyarbeit und ein kontinuierliches, qualitätsgesichertes und alltagstaugliches Basisbildungsangebot.

Gute Ideen Programm
Der ÖGB Oberösterreich, die Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft und die Kärntner Volkshochschulen erarbeiten im Rahmen des „Gute Ideen Programms“ neue Werbeträger für die Basisbildung. Die Rohkonzepte des „HIN“-Weisers für MultiplikatorInnen, eines „LESE“-Zeichens für Betroffene und der Infopakete für BetriebsrätInnen, Unternehmensleitungen und Personalbeauftragte sind erstellt. In Planung sind ein Networking-Konzept als neuer Weg der Zielgruppenerschließung und die Produktion von „Digital Storys“, in denen BasisbildungsteilnehmerInnen ihre Lerngeschichten erzählen.