Film-Wiki: Analphabetismus in Spielfilmen

Die MitarbeiterInnen des Basisbildungszentrums abc-Salzburg haben sich mit Popcorn eingedeckt und jede Menge Filme angeschaut. Aber nicht irgendwelche Filme, sondern ausschließlich solche, in denen das Thema “Analphabetismus” verarbeitet wird. DrehbuchautorInnen und RegisseurInnen zeigen ihre individuellen Zugänge zum Thema, stellen die ProtagonistInnen und deren Umfeld in ein besonderes Licht.

Das abc-Salzburg hat diese Filme in einem Wiki zusammengefasst. Ziel ist, eine möglichst breite und umfassende Sammlung zu ermöglichen. Interessierte können sich schnell einen Überblick über mögliche Filme verschaffen, können diskutieren oder – je nach Lust und Laune – vielleicht sogar selber etwas beitragen.

Aktuell umfasst die Filmsammlung 17 Spielfilme und bietet somit einen guten, ersten Querschnitt, wie „Analphabetismus“ im Kino thematisiert wird. Manche dieser Filme sind heiß umstritten, viele bieten sich hervorragend für anschließende Diskussion…

Schmökern Sie also gerne einmal im Film-Wiki! Wir freuen uns über Ergänzungen, Korrekturen und lebhafte Diskussion der angeführten Filme!

Spielfilm: Das Labyrinth der Wörter

 * Einer der Filme, die im Film-Wiki genannt sind: *

Das Labyrinth der Wörter
Frankreich, 2010, 85 Minuten
Regie: Jean Becker
HauptdarstellerInnen: Gisèle Casadesus, Gérard Depardieu

Guerilla-Marketing in der Basisbildung

Täglich werden wir mit jeder Menge Werbebotschaften konfrontiert. Glaubt man verschiedenen Studien, so sind es etwa 3.000 Werbebotschaften pro Woche – das wären  in etwa 420 Botschaften pro Tag. Die meisten davon erreichen uns unbewusst und bleiben nur selten im Gedächtnis. Wer sich von der Masse abheben will, muss sich demnach etwas besonderes einfallen lassen. Die Kunst liegt darin, den von der Werbung übersättigten Konsumentinnen und Konsumenten größtmögliche Aufmerksamkeit zu entlocken – dies durch unkonventionelle und originelle Ideen.

In der Regel finden Guerilla-Marketing-Aktionen an strategisch interessanten, real existierenden Orten statt: an Meetingpoints, wo viele Menschen vorbeikommen, oder auch an Orten, die für die zu erreichende Zielgruppe von Bedeutung sind. Die Aktionen sind einmalig, sollen Aufsehen erregen, faszinieren und überraschen. Außergewöhnliches, Besonderes und Spektakuläres soll geboten werden, denn nur dann wird Werbung nicht mehr als „Störenfried“ wahrgenommen, sondern als echtes Erlebnis über das man auch mit anderen spricht.

Ein Beispiel aus Süddeutschland:

„Eine Bowling-Anlage beklebte die Wand am Ende der Bahn mit dem Bild eines offenen Mundes. Die weißen Kegel, hübsch nebeneinander aufgereiht, sehen darin wie Zähne aus. Schon dieses Ensemble ist ein Hingucker, der schmunzeln lässt. Der Clou kommt jedoch erst, wenn alle Kegel umfallen und der Schlund zahnlos dasteht. Dann ist eine kurze Notiz zu lesen: Zahnzusatzversicherung für 9,90 Euro im Monat. Darunter stand der Name der Versicherung. Das Schmunzeln wird zum Lachen und gewonnen hat nicht nur der erfolgreicher Kegler, sondern auch die Zahnzusatzversicherung, die sich gekonnt in Szene gesetzt hat.“ (vgl. http://www.guerilla-marketing-blog.de/, access: 09.07.2014)

Guerilla Marketing Aktion: Karstadt Quelle Versicherung

Doch mit witzigen Ideen an ungewöhnlichen Orten zu überraschen ist längst noch nicht alles: Guerilla-Marketing-Aktionen sollen schließlich auch kostengünstig sein. Eine deutsche Fluggesellschaft hat dies in Köln umgesetzt – sie sorgte dafür, dass der Yeti endlich gefunden wurde. Fußspuren aus Schnee – abwaschbarer Sprühschnee – zeugten von seinem Besuch. Der Yeti sollte die Lust aufs Reisen wecken – am besten mit besagter Fluggesellschaft zu einem günstigen Preis. (vgl. http://berndroethlingshoefer.typepad.com/smc/2004/10/yeti_in_kln.html, access: 09.07.2014)

Guerilla Marketing: Yeti in Köln

„Geringe Mittel, große Wirkung“ hat sich auch das abc-Salzburg zur Devise gemacht und eine Guerilla-Marketing-Aktion zum 15-Jahres-Fest der Einrichtung, stattgefunden im Literaturhaus Salzburg, aufs Stille Örtchen verlegt. Studien zeigen, dass die Toiletten von Kaufhäusern in etwa von 40% der BesucherInnen genutzt werden. Warum auch nicht aus dem selben Grund die Toiletten eines Veranstaltungsortes nutzen? So wurden die Wände der Toiletten für das Fest als riesiges Kreuzworträtsel umgestaltet. Und weil die Wände so toll aussahen, wurde das Rätsel kurzerhand über den Abend hinaus in den Toiletten belassen! Somit können auch die weiteren BesucherInnen des Literaturhauses rätseln … und das abc-Salzburg kann seine Angebote bewerben!

Guerilla Marketing - abc-Salzburg

Diskriminierende Beschimpfung

Bekannt ist, dass Baustellen oftmals für Unmut sorgen: Es gibt Umleitungen, enge Passagen, Baulärm…. Wie vor ein paar Tagen miterlebt, sind auch die Nerven mancher Fußgänger/innen strapaziert. So z.B. ein Vater, der mit seinem Kind in der engsten Passage steht und Radfahrer/innen mit dem Ausruf “Seids ihr alle Analphabeten!” beschimpft, weil sie das Schild mit der Aufschrift “Fahrradfahrer absitzen” ignorieren und im langsamsten Schritttempo fahren. Dass er zusammen mit seinem Kind umso weniger Platz zur Verfügung hat, wenn die Räder auch noch nebenher geschoben werden, scheint er nicht zu bedenken.

gerhild sallaberger fahrradfahrer absitzen

Eine Situation, die im Grunde eher banal und nicht erwähnenswert ist, wäre da nicht die Tatsache, dass manche Menschen durch so eine Aussage zutiefst verletzt werden – jene Menschen, die in ihrer Kindheit nicht die Chance hatten, ausreichend lesen und schreiben zu lernen und deshalb ständig unter Druck stehen, als Schriftsprachunkundige entdeckt zu werden. Teilnehmer/innen von Basisbildungskursen sind Expert/innen dieser verdeckten Lebenswelt. Sie haben aber den schwierigsten Schritt bereits gewagt und erobern sich in den Kursen eines ihrer Grundrechte – das Recht auf Bildung – zurück. Als Analphabet/in beschimpft zu werden, ist nicht nur diskriminierend, sondern lässt alte Versagensängste der Teilnehmer/innen wieder aufleben. Daher der Hinweis an all jene mit geradlinigen Lernbiografien: Das Wort “Analphabet” gehört zu jenen Wörtern, die zum Dampfablassen in Baustellenbereichen nichts verloren haben.

Alf, das Alfa-Telefon, feat. Enisa, den Shootingstar

Alf, das Alfa-Telefon*, war zum vierten Mal fleißig und hat für seinen Clip Enisa angeheuert! Enisa ist in ihrer Firma der Shootingstar, “… nur mit dem Computer kommt sie nicht so klar…”. Bisher hat sie nichts am Computer arbeiten müssen, doch als sich das ändert, braucht sie Unterstützung – daher ruft sie beim Alfa-Telefon an….

Wenn Sie Enisa kennen lernen wollen, klicken Sie sich rein:

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Und hier sehen Sie, mit wem Alf, das Alfa-Telefon, schon vor der Kamera posiert hat… v.l.n.r.: Zlatko – er fährt gern Auto, Grete – sie mag Städte, Klaus – der Augenschmaus und Enisa – der Shootingstar

Sie wollen alle Stars sehen? Dann klicken Sie sich in den Youtube-Kanal von ZukunftBasisbildung unter: https://www.youtube.com/user/ZukunftBasisbildung

ZlatkoGreteKlausEnisa

* Alf, das Alfa-Telefon macht Werbung für die Alfa-Nummer 0810 20 0810. Wer sich also beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder am Computer verbessern will, kann die Alfa-Nummer wählen und sich so an Österreichs zentrale Beratungsstelle wenden.

 

Alf, das Alfa-Telefon, feat. Klaus, den Augenschmaus

Sie kennen Alf, das Alfa-Telefon bereits? Wunderbar! Dann können Sie diesen Absatz getrost überspringen und gleich zum nächsten hüpfen! Falls nicht, hier eine kurze Erklärung: Alf, das Alfa-Telefon macht Werbung für die Alfa-Nummer 0810 20 0810. Wer sich also beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder am Computer verbessern will, kann die Alfa-Nummer wählen und sich so an Österreichs zentrale Beratungsstelle wenden.

Alf, das Alfa-Telefon, hat auch für diesen Clip keine Mühen gescheut und sich Klaus als Hauptdarsteller geangelt. „Klaus ist ein Augenschmaus, er geht gern allein aus – nur nicht ins Kaufhaus“, erzählt uns Alf. Sie fragen sich jetzt, warum Klaus nicht gern ins Kaufhaus geht? …. Sehen Sie selbst! Bühne frei für Klaus, den Augenschmaus!

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