Die Lehre von der IKT

FEA Modul IKT

FEA Modul IKT (Graz)

Eine ganze Gruppe voll interessierter IKT-TrainerInnen hatte 1,5 Tage Zeit, sich mit ihrem Lieblingsthema zu beschäftigen. Was für ein Geschenk! Dementsprechend aufgeregt und voll freudiger Erwartung begab ich mich am Freitag, dem 28.06.2013 an den Start zum IKT-Modul der Fachspezifischen Erstausbildung für Basisbildungs-trainer und -trainerInnen.

Kommen, sehen und lernen
Sammeln, strukturieren, entdecken und kritisieren – das war mein Plan bei der Sache – die Leute von den Möglichkeiten in der IKT begeistern, Voraussetzungen und Anforderungen für die Basisbildung besprechen, Nutzen und Schaden diskutieren. Am allerwichtigsten: das Wissen der Gruppe sammeln und verteilen – kollektive Intelligenz produzieren quasi; oder Wissen teilen, wie es trendgemäß heißt. Das funktionierte erwartungsgemäß gut.

IKT unterrichten
Worauf ich nicht vorbereitet war, war das Unterrichten von IKT. Meine KollegInnen wollten wissen, wie IKT unterrichtet wird und was wie erklärt wird: Klar, ist ja auch eine Erstausbildung. Dummerweise war die Zeit zu kurz für einen Windows-Crashkurs (4 verschiedene Betriebssysteme!). Also zäumten wir es von der Lernziel-Seite aus auf: Wer stellt sich welche Lernziele vor? Welche Zielgruppe ist gemeint?
Da gab es schon beträchtliche Unterschiede: Basisbildung, nicht mehr Basisbildung, Berufs(vor)bildung, DaF, DaZ usw. Das ist naturgemäß hochinteressant, aber mitunter noch keine Antwort auf die brennende Frage: Was soll ich unterrichten? Und: Wie soll ich es unterrichten? Das Skelett brauchte also Fleisch.

Interessengebiete IKT bei FEA in Graz

Interessengebiete IKT bei FEA (Graz)

Rahmen und Inhalte
Mit den Lernzielen können also inhaltliche Rahmen geschaffen werden. Das Füllen des Rahmens und die Abstimmung auf die Lerngruppe halte ich dann für die ureigentliche Aufgabe der Kursleitung. Je nach Bildungsorganisation kann sie da ihren Ideen und Interessen freien Lauf lassen. Und da kann es dann wirklich spannend werden … Noch spannender ist die Abstimmung der Kursinhalte auf eine Lerngruppe und oder auf einzelne Lernende, die zu einer Gruppe zusammengefasst sind: Das sind Aufgaben mit höchsten fachdidaktischen und organisatorischen Ansprüchen. Der gewichtigste Faktor in der Umsetzung ist aber die Ausstattung mit Technik und Know How: Welche Geräte habe ich zur Verfügung? Sind sie gewartet? Kann ich das in der Vorbereitungszeit feststellen? Sollen / Müssen die Teilnehmenden ihre eigenen Geräte mitbringen? Wer ist für den technischen Support zuständig?

Mittel oder Zweck
Da von einer Basisbildungsorganisation normalerweise kaum technische Ausstattung und kein technischer Support zu erwarten ist, ist die Frage, wie der IKT-Unterricht angelegt werden kann, ohne dass eine zu große Abhängigkeit von den Gerätschaften entsteht. Eine Lösung besteht darin, digitale Geräte als Medien im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. D. h., sie als Mittel zur Erreichung eines bestimmten Lernzieles einzusetzen. Dieses liegt dann mitunter außerhalb des Fachbereiches IKT (z. B. von Displays lesen, einer Webseite Infos entnehmen, Treffer einer Google-Suche bewerten o. ä.). Der Lerninhalt besteht also nicht in der Bedienung eines digitalen Gerätes, sondern in der Lösung eines bestimmten Problems: Informationsbeschaffung, Wissensaufbau, Suchanfragen stellen und verbessern, Kommunikation anbahnen und aufrecht erhalten, Sicherheit einer Datenverbindung beurteilen usw.

Bodenhaftung
Im Unterschied zu klassischen IT-Kursen geht es in der Basisbildung meiner Meinung nach um die Integration des Gelernten in den (Arbeits)Alltag der Teilnehmenden. Da kann die Arbeit an und mit ihren eigenen Geräten sehr zielführend sein. Die haben sie nämlich zum Üben auch außerhalb des Kurses zur Verfügung. V. a. die Handys zeigen hier großes Potenzial. Und dieses Potenzial besteht in der Steigerung der Lernfähigkeit durch gezieltes Anwenden von Problemelöse-Strategien (Heuristiken) mit unmittelbar positiven Auswirkungen auf das eigene Leben: Herausforderungen annehmen, beobachten, einschätzen, Rückschlüsse machen, umsetzen, Erfolge erleben. So wird aus einem hochschwelligen, Know How-intensiven Lernfeld ein Möglichkeiten-Pool zur Steigerung des eigenen sozialen Kapitals.

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Über Renate Ömer

Renate Ömer ist gelernte DaF-Lehrerin und IT-Organisatorin. Arbeitsschwerpunkte: Methodik & Didaktik IKT, Mathematik mit Lebensweltbezug, Kompetenzorientierung. Bis 1999 Diplomstudium Komparatistik & Germanistik (DaF), bis 2008 IT-Organisation Teich AG, ab 2009 Lernbegleiterin Basisbildung, seit 2011 Projektarbeit Social Media in der Basisbildung.

2 Gedanken zu “Die Lehre von der IKT

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