Ein treuer Wegbegleiter

Das ipad in der Hand, sitze ich im Bus von Athen zum Kap Sounio. Der berühmte Poseidontempel wartet dort auf meine Besichtigung. Es regnet, die Badestrände der Küstenstraße entlang sind leer und warten auf den Saisonbeginn. Viele halbfertige Gebäude sind während der Fahrt zu sehen. Auswirkungen der Finanzkrise?
Das soll aber jetzt kein Reiseblog werden, sondern über das ipad und den Zusammenhang mit Web Literacy.
Mit dem Web ist es hier im Bus leider nicht weit. Außerhalb von Hotels und Internetcafes ist die Verbindung noch unerschwinglich teuer. Glücklicherweise gibt es Karten, die man offline benutzen kann,  um mit Hilfe des eingebauten GPS die aktuelle Position bestimmen zu können. Fast unvorstellbar, wie man früher ohne Navi reisen konnte.
Das ipad ist im letzen Jahr mein ständiger Reisebegleiter geworden. Reiseführer trage ich nicht mehr in Buchform mit mir, sondern lade sie mir als Apps herunter mit dem großen Vorteil, dass diese auch immer Karten beinhalten, die man dann im Zusammenhang mit dem GPS als Orientierungshilfe verwenden kann.
Auch meine Fotos und Filme mache ich fast nur noch mit dem ipad. Einerseits, weil ich es sowieso fast immer bei mir habe und andererseits brauche ich diese zum Anschauen nicht erst auf den PC oder Laptop laden, sondern kann gleich auf dem Tablet anschauen. Bei bestehender Internetverbindung werden dann ausgewählte Fotos auf facebook geladen, damit auch die Daheimgebliebenen von der Reise – online und fast live – etwas mitbekommen. Vom Hotel oder  einem Café mit “Free WLAN”  gibts dann die Möglichkeit mit Freunden wirklich live zu (video)telefonieren und das for free.
Mit dem Programm imovie mache ich öfter aus den Fotos und Videos kurze Filme, die dann ihrerseits wieder auf youtube landen und dann in facebook angeschaut werden können.
Weitere Multimedia Anwendungen
sind: Musik hören, Filme schauen oder auch Bücher lesen. Diese können entweder in amazon oder apple store gekauft werden oder in der Stadtbibliothek gegen eine geringe Jahresgebühr ausgeborgt werden.
Also darunter würde ich beispielsweise Web Literacy verstehen: darüber Bescheid wissen, wie man sich z.B.  ein Buch online kaufen oder ausborgen kann und wie man es dann am Tablet liest. Oder auch zu wissen, wie man sich Filme oder Fernsehbeitrage aus den Mediatheken der verschiedenen TV Sender ansehen kann, wenn man diese versäumt hat.
Was mache ich noch alles mit dem ipad. Ich checke meine mails, und meinen Terminkalender. Sobald ich die Schutzhülle für das ipad hochklappe, ist dieses im Arbeitsmodus – ohne ewig auf das Hochfahren zu warten – und es wir auch gleich angezeigt, ob neue E-Mails angekommen sind, oder ob jemand in facebook eine Nachricht geschickt hat oder einen Eintrag kommentiert hat.
Natürlich kann man das alles mit jedem Laptop oder Smartphone machen, aber ein Laptop ist im Vergleich zum ipad viel unhandlicher und schwerer. Braucht einige Zeit zum Starten, hat kein GPS integriert, die eingebaute Kamera taugt nicht zum Fotografieren und spätestens nach zwei Stunden ist der Akku aus. Ein Smartphone hat dagegen den Vorteil, dass es sehr klein und kompakt ist  – auch alles kann – und man damit zusätzlich auch damit telefonieren kann. Der große Nachteil ist aber, dass es für alle Anwendungen, die nicht nur für das Ohr bestimmt sind – wie telefonieren und Musik hören – einfach zu klein ist. Um darauf Bilder oder Filme anzuschauen ist schon ein Adlerblick nötig, der – sollte er jeweils vorhanden gewesen sein – mit zunehmendem Alter meist verloren geht. Und für die Bedienung ist eine gut entwickelte Feinmotorik nötig, die ja auch nicht bei allen gleich gut entwickelt ist.
Momentan mangelt es zwar noch an Apps für die Basisbildung, ich bin mir aber sicher, dass es in nächster Zeit auch erwachsenengerechte Programme zum Lesen und Schreiben Lernen geben wird.

Karl Bäck, atempo

3 Gedanken zu “Ein treuer Wegbegleiter

  1. Schöner Erfahrungsbericht. Kann ich so nur bestätigen. Bevor ich mir einen Tablet-PC zugelegt hatte, hab ich mich immer gefragt: “Wozu wirst du das Ding überhaupt brauchen?”. Nach 2 Jahren iPad frage ich mich: “Wie war das Leben eigentlich ohne iPad?”. Alles in Allem ein sehr alltagstaugliches Gerät…

  2. Ich habe mich an das Gerät in den vergangenen 9 Monaten auch schon sehr gewöhnt, wobei ich die Fotofunktion wegen der schlechten Auflösung der Kamera (in meinem Fall am iPad 2) kaum nutze. Besonders beliebt bei mir ist das MindMap-App, das ein erstes Brainstorming erlaubt und Mapps rasch auf den PC zur weiteren Bearbeitung überträgt. Das Netbook kommt nicht mal halb so oft zum Einsatz, wie früher – eher noch weniger.

  3. Was man da besonders spürt, ist die Begeisterung und Leidenschaft des Autors. Der mag sein iPad wirklich. Diese Leidenschaft und Begeisterung ist aus meiner Sicht das “Um und Auf”, wenn es darum geht, all diese neuen Möglichkeiten wirklich gewinnbringend im Unterricht (aber auch für sonst alles) einzusetzen. Dann lassen sich unzählige Möglichkeiten finden die Dinger kreativ und nutzenstiftend zu integrieren.

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