Guerilla-Marketing in der Basisbildung

Täglich werden wir mit jeder Menge Werbebotschaften konfrontiert. Glaubt man verschiedenen Studien, so sind es etwa 3.000 Werbebotschaften pro Woche – das wären  in etwa 420 Botschaften pro Tag. Die meisten davon erreichen uns unbewusst und bleiben nur selten im Gedächtnis. Wer sich von der Masse abheben will, muss sich demnach etwas besonderes einfallen lassen. Die Kunst liegt darin, den von der Werbung übersättigten Konsumentinnen und Konsumenten größtmögliche Aufmerksamkeit zu entlocken – dies durch unkonventionelle und originelle Ideen.

In der Regel finden Guerilla-Marketing-Aktionen an strategisch interessanten, real existierenden Orten statt: an Meetingpoints, wo viele Menschen vorbeikommen, oder auch an Orten, die für die zu erreichende Zielgruppe von Bedeutung sind. Die Aktionen sind einmalig, sollen Aufsehen erregen, faszinieren und überraschen. Außergewöhnliches, Besonderes und Spektakuläres soll geboten werden, denn nur dann wird Werbung nicht mehr als „Störenfried“ wahrgenommen, sondern als echtes Erlebnis über das man auch mit anderen spricht.

Ein Beispiel aus Süddeutschland:

„Eine Bowling-Anlage beklebte die Wand am Ende der Bahn mit dem Bild eines offenen Mundes. Die weißen Kegel, hübsch nebeneinander aufgereiht, sehen darin wie Zähne aus. Schon dieses Ensemble ist ein Hingucker, der schmunzeln lässt. Der Clou kommt jedoch erst, wenn alle Kegel umfallen und der Schlund zahnlos dasteht. Dann ist eine kurze Notiz zu lesen: Zahnzusatzversicherung für 9,90 Euro im Monat. Darunter stand der Name der Versicherung. Das Schmunzeln wird zum Lachen und gewonnen hat nicht nur der erfolgreicher Kegler, sondern auch die Zahnzusatzversicherung, die sich gekonnt in Szene gesetzt hat.“ (vgl. http://www.guerilla-marketing-blog.de/, access: 09.07.2014)

Guerilla Marketing Aktion: Karstadt Quelle Versicherung

Doch mit witzigen Ideen an ungewöhnlichen Orten zu überraschen ist längst noch nicht alles: Guerilla-Marketing-Aktionen sollen schließlich auch kostengünstig sein. Eine deutsche Fluggesellschaft hat dies in Köln umgesetzt – sie sorgte dafür, dass der Yeti endlich gefunden wurde. Fußspuren aus Schnee – abwaschbarer Sprühschnee – zeugten von seinem Besuch. Der Yeti sollte die Lust aufs Reisen wecken – am besten mit besagter Fluggesellschaft zu einem günstigen Preis. (vgl. http://berndroethlingshoefer.typepad.com/smc/2004/10/yeti_in_kln.html, access: 09.07.2014)

Guerilla Marketing: Yeti in Köln

„Geringe Mittel, große Wirkung“ hat sich auch das abc-Salzburg zur Devise gemacht und eine Guerilla-Marketing-Aktion zum 15-Jahres-Fest der Einrichtung, stattgefunden im Literaturhaus Salzburg, aufs Stille Örtchen verlegt. Studien zeigen, dass die Toiletten von Kaufhäusern in etwa von 40% der BesucherInnen genutzt werden. Warum auch nicht aus dem selben Grund die Toiletten eines Veranstaltungsortes nutzen? So wurden die Wände der Toiletten für das Fest als riesiges Kreuzworträtsel umgestaltet. Und weil die Wände so toll aussahen, wurde das Rätsel kurzerhand über den Abend hinaus in den Toiletten belassen! Somit können auch die weiteren BesucherInnen des Literaturhauses rätseln … und das abc-Salzburg kann seine Angebote bewerben!

Guerilla Marketing - abc-Salzburg

Diskriminierende Beschimpfung

Bekannt ist, dass Baustellen oftmals für Unmut sorgen: Es gibt Umleitungen, enge Passagen, Baulärm…. Wie vor ein paar Tagen miterlebt, sind auch die Nerven mancher Fußgänger/innen strapaziert. So z.B. ein Vater, der mit seinem Kind in der engsten Passage steht und Radfahrer/innen mit dem Ausruf “Seids ihr alle Analphabeten!” beschimpft, weil sie das Schild mit der Aufschrift “Fahrradfahrer absitzen” ignorieren und im langsamsten Schritttempo fahren. Dass er zusammen mit seinem Kind umso weniger Platz zur Verfügung hat, wenn die Räder auch noch nebenher geschoben werden, scheint er nicht zu bedenken.

gerhild sallaberger fahrradfahrer absitzen

Eine Situation, die im Grunde eher banal und nicht erwähnenswert ist, wäre da nicht die Tatsache, dass manche Menschen durch so eine Aussage zutiefst verletzt werden – jene Menschen, die in ihrer Kindheit nicht die Chance hatten, ausreichend lesen und schreiben zu lernen und deshalb ständig unter Druck stehen, als Schriftsprachunkundige entdeckt zu werden. Teilnehmer/innen von Basisbildungskursen sind Expert/innen dieser verdeckten Lebenswelt. Sie haben aber den schwierigsten Schritt bereits gewagt und erobern sich in den Kursen eines ihrer Grundrechte – das Recht auf Bildung – zurück. Als Analphabet/in beschimpft zu werden, ist nicht nur diskriminierend, sondern lässt alte Versagensängste der Teilnehmer/innen wieder aufleben. Daher der Hinweis an all jene mit geradlinigen Lernbiografien: Das Wort “Analphabet” gehört zu jenen Wörtern, die zum Dampfablassen in Baustellenbereichen nichts verloren haben.

Short films against illiteracy

Wie lassen sich Kurzfilme in der Basisbildung einsetzen? Das war Thema des Grundtvig-Workshops „Short films serving the fight against illiteracy” in Nizza im April 2014.

Der Sender euronews berichtete über den Workshop. Hier ist der Link zum Video.

Gruppenfoto

16 TeilnehmerInnen aus acht EU-Ländern setzten sich eine Woche lang mit dieser Thematik auseinander, das abc-Salzburg war auch mit dabei. Abgehalten wurde der Workshop von der Organisation Héliotrope, welche unter anderem das jährliche Kurzfilmfestival „un festival c’est trop court“ in Nizza organisiert und Filmprojekte von SchülerInnen unterstützt.

Fazit dieser Woche: Kurzfilme lassen sich vielseitig im Basisbildungsunterricht einsetzen:

Kurzfilme in der Gruppe anschauen und Filmkritiken erstellen

Das geht über ein „gefällt mir“ oder “gefällt mir nicht, weil“ hinaus. Lernende werden zu FilmkritierInnen und beurteilen die Dialoge, die Musik, das Szenario… Wer ist an einer Produktion beteiligt, wer hat welche Aufgaben? Zumeist stellt dies für die Lernenden eine neue, ungewohnte Aufgabe dar. Für viele Filme stehen online auch kostenlose filmpädagogische Begleitmaterialien zur Verfügung.

Durch das Eintauchen in die Welt des Kurzfilms könnte bei einigen der Wunsch nach einer eigenen Produktion auftauchen. Einrichtungen, wie z.B. das Institut für Medienbildung mit der Angebot „Aktion Film“ in Salzburg, unterstützen dabei.

 Lernende als Filmschaffende

Bild und Ton wirkungsvoll einzusetzen, eine Geschichte erzählen, aktiv werden und einen eigenen Film machen ist auch im Basisbildungsunterricht möglich. Fotofilme eignen sich besonders gut dafür. Die Lernenden machen mit Digicams Fotos zu einem Thema, wählen passende Musik aus. Im Internet gibt es mehrere kostenlose Programme, zum Beispiel „Photo to Movie“. Das Tolle an Fotofilmen ist zum einen, dass man Szenen immer wieder umstellen oder ganz neu erstellen kann und zum anderen, dass schon mit 3-4 Bildern begonnen werden kann.

An Filmen arbeiten heißt immer auch an Monologen, Dialogen oder Voice-Over-Texten (Tonaufnahme einer Stimme, die über die Szene gelegt wird) zu arbeiten. Vieles wird geschrieben, verändert, bearbeitet ohne dass es einen direkten Schreibauftrag von außen gibt.

Arbeiten mit Untertiteln

Im deutschsprachigen Raum hat die Synchronisation von Filmen und Serien eine große Tradition. Die Verwendung von Untertiteln ist nicht weit verbreitet, dabei stellt sie ein hilfreiches Mittel dar, um Lesen in einem spannenden Kontext zu üben oder auch Fremdsprachen zu lernen. Außerdem können dadurch fremdsprachige Filme zugänglich gemacht werden, die nicht synchronisiert wurden.

Für die Erstellung von Untertiteln gibt es freie Software, wie etwa „Subtitle Workshop“ für Windows oder „MovieCaptioner“ für Mac. Einerseits können diese von TrainerInnen genutzt werden, andererseits können beispielsweise fortgeschrittene Lernende mit Deutsch als Zweitsprache ihren Fotofilm mit einem Voice-Over in ihrer Muttersprache hinterlegen und dazu selbst deutschsprachige Untertitel erstellen.

Besonders lustig wird’s, wenn man in eine bekannte Filmszene falsche Untertitel einfügt.

Durch das Hochladen auf Videoplattformen können die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Zu beachten sind hierbei unbedingt die Lizenz- und Urheberrechte.

Hilfreiche Links:
Download Photo to Movie: www.netzwelt.de/download/11297-photo-to-movie.html
Tutorial Photo to Movie (in Englisch): www.youtube.com/watch?v=FeE_mi6y1gE)
Download Subtitle Workshop: www.netzwelt.de/download/3190-subtitle-workshop.html
Tutorial Subtitle Workshop: www.youtube.com/watch?v=4O3NkWjTkaY&feature=youtu.be
Download MovieCaptioner: moviecaptioner.findmysoft.com
Tutorial MovieCaptioner (in Englisch): www.youtube.com/watch?v=yh3UegeqZeQ
Lizenzfreie Filme (in Englisch): archive.org
Lizenzfreie Musik (in Englisch): freemusicarchive.org
Filmpädagogisches Begleitmaterial: www.kinofenster.de/lehrmaterial/filmhefte
Kurzfilmverleih in Österreich: www.sixpackfilm.com
Institut für Medienbildung: www.imb-salzburg.at

Alf, das Alfa-Telefon, feat. Enisa, den Shootingstar

Alf, das Alfa-Telefon*, war zum vierten Mal fleißig und hat für seinen Clip Enisa angeheuert! Enisa ist in ihrer Firma der Shootingstar, “… nur mit dem Computer kommt sie nicht so klar…”. Bisher hat sie nichts am Computer arbeiten müssen, doch als sich das ändert, braucht sie Unterstützung – daher ruft sie beim Alfa-Telefon an….

Wenn Sie Enisa kennen lernen wollen, klicken Sie sich rein:

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Und hier sehen Sie, mit wem Alf, das Alfa-Telefon, schon vor der Kamera posiert hat… v.l.n.r.: Zlatko – er fährt gern Auto, Grete – sie mag Städte, Klaus – der Augenschmaus und Enisa – der Shootingstar

Sie wollen alle Stars sehen? Dann klicken Sie sich in den Youtube-Kanal von ZukunftBasisbildung unter: https://www.youtube.com/user/ZukunftBasisbildung

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* Alf, das Alfa-Telefon macht Werbung für die Alfa-Nummer 0810 20 0810. Wer sich also beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder am Computer verbessern will, kann die Alfa-Nummer wählen und sich so an Österreichs zentrale Beratungsstelle wenden.

 

Mut zum Lernen

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Quelle: Henry Klingberg/ pixelio.de

So tauften die elf TeilnehmerInnen der Basisbildungskurse der Kärntner Volkshochschulen ihre “Gruppe”. Dieser freiwillige Zusammenschluss von LernerInnen bietet jenen, die bereits sehr lange in Basisbildungskursen gelernt haben die Möglichkeit, nach Abschluss dieser in Kontakt zu bleiben und auch gemeinsam Aktivitäten in den Bereichen Lernen, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit zu setzen.

Vorbild für die BasisbildungsteilnehmerInnen der Gruppe “Mut zum Lernen” sind Brigitte van der Velde und Ernst Lorenzen, die im Jahr 2011 die ABC-Selbsthilfegruppe Oldenburg gegründet haben.

Lernen – Weiterbildung – Öffentlichkeitsarbeit

Die TeilnehmerInnen wollen auch nach dem Abschluss des Basisbildungskurses weiterlernen. Das Lernen soll dabei eigenständig erfolgen. Unterstützung finden sie zu Beginn und auch später bei Bedarf durch TrainerInnen der Volkshochschule Grundbildung.

Bildung ist den TeilnehmerInnen wichtig. Neben Basisbildungsinhalten werden die Bedarfe an Weiterbildungsmaßnahmen erhoben und Angebote zu den Themen Selbstpräsentation, Umgang mit Medien, Kommunikationstraining und zum Schreiben einer Rede organisiert.

Ein Thema der Gruppe wird auch die Öffentlichkeitsarbeit sein. Sie möchten anderen Menschen Mut machen, Basisbildung ein Gesicht geben, konkrete Hilfe und Beratung für Interessierte anbieten, Aktionen setzen und über eine Homepage, Facebook und Werbematerialien auf das Thema aufmerksam machen.

Beim ersten Treffen am 15. April 2014 wurde das Projekt vorgestellt. Mit Begeisterung erarbeiteten die TeilnehmerInnen erste Schritte für die Umsetzung unseres Vorhabens.

Wir sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse, welche wir im September 2014 präsentieren werden.

Mut zum Lernen – mehr als ein Slogan.

Alf, das Alfa-Telefon, feat. Klaus, den Augenschmaus

Sie kennen Alf, das Alfa-Telefon bereits? Wunderbar! Dann können Sie diesen Absatz getrost überspringen und gleich zum nächsten hüpfen! Falls nicht, hier eine kurze Erklärung: Alf, das Alfa-Telefon macht Werbung für die Alfa-Nummer 0810 20 0810. Wer sich also beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder am Computer verbessern will, kann die Alfa-Nummer wählen und sich so an Österreichs zentrale Beratungsstelle wenden.

Alf, das Alfa-Telefon, hat auch für diesen Clip keine Mühen gescheut und sich Klaus als Hauptdarsteller geangelt. „Klaus ist ein Augenschmaus, er geht gern allein aus – nur nicht ins Kaufhaus“, erzählt uns Alf. Sie fragen sich jetzt, warum Klaus nicht gern ins Kaufhaus geht? …. Sehen Sie selbst! Bühne frei für Klaus, den Augenschmaus!

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Erfolg haben

In der aktuellen Ausgabe der AK-Zeitschrift treffpunkt wird über zwei Erfolge in der Basisbildung berichtet: ein Anlass, wieder einmal über Zugangshemmnisse zu räsonnieren.

“Ich habe lange gezögert, bis ich mich angemeldet habe”, erklärt Martina W. Lange trug sie den Zeitungsartikel über die Basisbildung mit sich herum. Schließlich sprang sie über ihren Schatten und meldete sich an. Sie will endlich ihren Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung zur Fußpflegerin machen. Im Mai ist es so weit. Da ist ihr Kurs zu Ende.
Das Schwierigste war, sich zu überwinden und den ersten Schritt zu machen, sagt Martina. Sie hatte kaum Erfolgserlebnisse in ihrer Schulzeit und große Zweifel, ob es überhaupt Sinn hätte, es noch einmal zu versuchen.

Bei Patrick war es ähnlich. Das Lernen fiel ihm immer schwer. ”Geholfen hat ihm, dass er drangeblieben ist, – trotz aller zeitlichen Engpässe.” sagt Reinhard Fritz, Lernbegleiter in der Basisbildung NÖ. “Ich wollte einfach kein Hilfshackler mehr sein”, sagt er selber. Die Gesellenprüfung zum Maler und Anstreicher hat er jetzt in der Tasche.

Emperor Ferdinand III confirmed in the year 1646 the imperial immediacy of city of Bremen, Germany

Linzer Diplom (Foto: Staatsarchiv Bremen) – public domain

Beiden gemeinsam ist, dass sie beruflich weiterkommen wollen: besser bezahlt werden, höherwertige Arbeit bekommen, mehr Anerkennung von Vorgesetzten und Freunden erhalten.

Berufliche Positionen setzen zunächst bestimmte formale Bildungsabschlüsse voraus: Hauptschulabschluss, HTL, HAK, … und sind nach außen hin als sozialer Status sichtbar. Alle Menschen unserer Gesellschaft spüren, dass sie nach dem beurteilt werden, was sie produzieren und was sie konsumieren. Das übt erheblichen Druck auf ihr Selbstbewusstsein aus. Kein Wunder, dass sich Menschen mit niedrigem sozialen Status die Anerkennung oft mit unverhältnismäßigem Konsum zu erkaufen versuchen.
Das heißt eigentlich, das Pferd von hinten aufzuzäumen: zuerst zu konsumieren und dann zu finanzieren. Andererseits entspricht genau das der Handelslogik: Zuerst muss ich etwas anbieten, dann kann ich etwas verkaufen. Berufliche und gesellschaftliche Chancen werden nur Denjenigen angeboten, die selbst etwas anzubieten haben. Und wer was anzubieten hat, zeigt das über sein Konsumverhalten, seinen “Lifestyle”.

… vielleicht ein Anlass, um Zurückhaltung zu üben bei Urteilen über Konsumkredite und Privatkonkurs, möglicherweise aus einer gefühlten moralischen Überlegenheit heraus …

Social Media: der? die? das?

Web Literacy Konferenz

Web Literacy

Social Media sind weder geschlechtsneutral noch verwendungsneutral. Sie unterstützen bestimmte Handlungsrollen und –zwecke, weil sie für ein bestimmtes Publikum und für bestimmte Handlungszusammenhänge entwickelt wurden. Über ihre technischen und kommunikativen Funktionen geben Sie Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung vor: Sie “schreiben” mit.
Fürs erste genügt das Wissen um diese Zusammenhänge, wenn es um die Verwendung von Social Software im Lernkontext geht. Im Stadium der konkreten Unterrichtsplanung sind dann präzisere Informationen zur Passung von Lernbedarfen und -bedürfnissen, Lernstand und Lernzielen gefragt. Genau solche liefert das Teilprojekt Social Media in der Basisbildung in Form von ausgewählten Tools und anschaulich beschriebenen Unterrichtsszenarios.
Als zentrales Gleichstellungsziel für das Projekt In Bewegung IV wurde das Abbauen von Zugangshemmnissen „[…] zum lebenslangen Lernen und zur Partizipation sowie die Erhöhung der Chancen auf eine längerfristige Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse [festgeschrieben].“ (Gesamtantrag In Bewegung IV)
Für das Teilprojekt 5 und seine Arbeit mit digitalen Technologien, insbesondere den Social Media, bedeutet das in der Hauptsache, dass lernförderliche Voraussetzungen geschaffen und bedürfnisspezifische Handlungsoptionen umgesetzt werden: konkret in der Herangehensweise an das Lernen mit und am Computer, in der Arbeit an inhaltlichen und bedienungstechnischen Lernzielen, in der Unterstützung bei der individuellen Weiterarbeit. Dabei wurde klar, dass die Umsetzungsbedingungen institutionelle, individuelle und kulturelle Dimensionen haben. Weiterlesen

Sagen Sie uns die Meinung!

Evaluation zur Nutzung von Social Media in der Basisbildung und Alphabetisierung.

In.Bewegung versteht sich seit Jahren als Partnerschaft, die den Diskurs der Basisbildung und Alphabetisierung in Österreich mit Innovationen anreichert. Es gehört zum Programm dieser Partnerschaft sich permanent zu überlegen, was aktuelle und auch zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen für die Basisbildung bedeuten, wie wir diese nutzen und mitgestalten können. Das Thema Social Media in der Basisbildung drängte sich in diesem Zusammenhang bald in den Fokus unserer Arbeit. Bereits 2012 wurde es zum Inhalt der jährlich stattfindenden Konferenz zur Zukunft der Basisbildung gemacht: Web Literacy beschäftigte sich 2 Tage lang mit dem Potenzial von Social Media für unser Arbeitsfeld.

Mit der Konferenz startete ein Social Media Schwerpunkt von In.Bewegung: Die Kommunikation über das Blog Zukunft Basisbildung, sowie über Facebook und Youtube wurde intensiviert, eine Reihe mit Kurzvideos (ZIB –Zwei Minuten In.Bewegung) wurde gestaltet. Alf, der Botschafter des Alfa-Telefons wurde auf die Reise geschickt, und ein Blog von TrainerInnen für TrainerInnen (Praxis Basisbildung) wurde ins Leben gerufen.

Wir möchten nun einen Eindruck gewinnen, ob unsere Aktivitäten im Rahmen von Zukunft Basisbildung zum Thema Social Media wahrgenommen wurden, und wir möchten wissen, wo wir richtig, wo wir falsch lagen, was den Diskurs weiterentwickelt hat. Daher bitten wir Sie/dich, uns im Rahmen unserer Online-Evaluation bis spätestens 3.2.2014 ein Feedback zu geben. Eine Weitergabe bzw. Verbreitung des Links ist sehr erwünscht!

Lernen – Bewegung – Ernährung

Neuer Lernort, Lernlabor, raus aus©o0o0xmods0o0o dem Kursraum. So war die Zielsetzung unseres Vorhabens. Ein befreiender Gedanke! Der Alltag verlangt uns doch täglich alle Kompetenzen ab: Problemlösung, Kommunikation, Wissen anwenden, Begabungen einsetzen – eine echte Annäherung an den Alltag unserer Lernenden.

Wir fragten die echten ExpertInnen der Basisbildung nach Lernfeldern, ihren Vorstellungen vom Lernen außerhalb des Kursraumes und planten gemeinsam.
Bewegung und Gesundheit wurde mehrheitlich als wichtigstes Ziel genannt. So entstand unsere Version des neuen Lernortes: Fit wie ein Turnschuh.

Diversity und GeM Aspekte waren Querschnittmaterie in allen Aspekten unserer Maßnahme. In der Befragung der Teilnehmenden im Vorfeld war ein klarer, geschlechterspezifischer Zugang zum Thema Gesundheit und Bewegung ersichtlich. Darauf richteten wir alle Aktivitäten aus: Frauen ausreichend Wissen zu vermitteln, um sie in ihrer Rolle innerhalb der Familie zu unterstützen und Männer in einem stärkeren Maße für gesunde Ernährung und regelmäßiger Bewegung zu sensibilisieren. Personen ab 45 Jahren wurden durch auf sie abgestimmte Bewegungsformen für den neuen Lernort gewonnen werden.

Das Ergebnis war beachtlich. Auch 6 Monate nach Abschluss der beiden, je 4-wöchigen Durchgänge gaben die Teilnehmenden in der Evaluierung an, regelmäßiger Sport zu treiben und sich bewusster zu ernähren. Der Lernfortschritt wurde im Rahmen der Evaluierung natürlich auch reflektiert. O-Ton einer Teilnehmerin: Ich hab den Trainingsplan selbst mit einer excel-Liste erstellt. Da kenn ich mich jetzt aus!“